Supermurmli


Supermurmli ist ein (Überraschung) Murmeltier. Es wohnt in Serfaus und seit dem ersten Tag des einwöchigen Urlaubs frage ich mich, warum dieses Murmeltier einen roten Pullover einen Hut, aber keine Hose anhat.

Spass beiseite. Im Gegensatz zu Garmisch ist Serfaus-Fiss-Ladis eben mehr Touriregion. Daran muss man sich kurz gewöhnen. Eben auch an Supermurmli und Berta. Berta ist Supermurmlis Pendant und wohnt in Fiss. Berta ist allerdings eine Kuh, denn wo ein Murmeltier ist, hat ein anderes keinen Platz.
Bevor ihr euch wieder fragt, von was die Frau da spricht: Supermurmli und Berta sind Maskottchen. Gelb, groß und plüschig (für die Gäste, die mit Laufen und sprechen ausgelastet sind und bespaßt werden müssen, bevor sie das plärren anfangen). Und eben ohne Hose, also Murmli jedenfalls. Berta hat eine, dafür aber obenrum halt nix.

Nun aber mal zu den wirklich wichtigen Dingen. Die Berge. Ich habe sie vermisst. Wirklich sehr vermisst.
Um am ersten Tag dahin zu kommen, mussten wir gondeln. Oh, oh, gondeln. Wir erinnern uns dunkel, was damals passiert ist und wie das mit dem Gondeln war.
Aber dann bin ich einfach mal in die Gondel gestiegen (eine kleine wohlgemerkt) und habe vergessen, dass ich eigentlich Angst habe und einfach nicht mehr darüber nachgedacht. Und siehe da. Ich mag es. Ich mag es tatsächlich.

Ich möchte hier eigentlich keinen Monolog abhalten, wann ich wie auf welchen Berg gekommen bin.
So bin ich nicht.
Das solltet ihr mittlerweile wissen.
Also werde ich die Bilder sprechen lassen.
Nur eine Tour werde ich ausführlich erwähnen. Die Sonnenaufgangstour. Das Highlight meines bisherigen daseins.
Aber erst einmal ein paar Impressionen:

20130825-204617.jpg

20130825-204714.jpg

20130825-204745.jpg

20130825-204817.jpg

20130825-204840.jpg

Am Mittwoch war es dann soweit. Die Sonnenaufgangstour. Im Vorfeld hatten wir mit Hannes, unserem Bergführer (ohne Bergführer ist sowas nämlich ein wenig schwierig, es sei denn, man ist ein wirklich harter Hund) wann es wo losgeht und wie alles ablaufen wird.
Wie meine Knie durchhalten würde, wusste ich nicht. Wie ich mich nachts im Dunkeln schlagen würde, wusste ich auch nicht. Da bin ich ganz gern Mädchen und ein wenig Schisser. Und dann gings auch schon los.

20130825-205532.jpg
Rein ins Auto und ab auf 2600 Meter Höhe. Wir hatten das Glück das Vollmond war und man auch ohne Stirnlampe gut sah, abgesehen vom Nebel, den wir aber nach 100 Höhenmetern schon überwunden hatten. Wir waren eine kleine harmonische Gruppe. 3 Mädels, 2 Jungs. Hannes, Sandra, Nadine, André und ich.
Sofort ging es ziemlich steil los, an schmalen Pfaden den Hang entlang, über Geröllfelder, vorbei an Kühen, über der Wolkendecke, mit dem Mond als Begleiter. So etwas habe ich noch nie erlebt, noch nie gesehen. Immer an die Füße des Vordermanns geheftet und stetig bergauf. Von Schiss war keine Spur. Nach einem knapp 3 Stündigen Aufstieg (der alles andere als einfach war) war es dann soweit. Der Gipfel. Ich hatte es geschafft. Ich war nach oben gelaufen. Es war eiskalt und der Wind pfiff kräftig. Also alles angezogen, was der Rucksack so auspuckte (2 Hosen, 2 Pullover, 1 Jacke, Handschuhe, Mütze, Buff).
Am Horizont lies sich schon erahnen, dass sich hier gleich etwas wundervolles zutragen würde.
05:40 Ankunft am Gipfel, 06:23 Sonnenaufgang. Was macht man bis dahin. Richtig, man kuschelt sich zu fünft hinter einen Stein, stärkt sich kurz, zugedeckt mit einem Biwacksack und hofft das die Zeit schnell umgeht.
Und plötzlich ging es ganz schnell.
Vor uns die Sonne, hinter uns der Mond. Alles um dich herum wird ganz klein und unwichtig. Nur noch du und der Moment! Ein wahrer Magic Moment! Das was dort geschah war das Atemberaubenste, was ich je gesehen habe. Kein Bild der Welt und kein Wort, kann im Ansatz beschreiben, was sich dort abspielte.

20130825-210718.jpg

20130825-210746.jpg

20130825-210811.jpg

Der Abstieg war nicht weniger faszinierend. Hätte man im Dunkeln gesehen, wo man so langläuft, hätte man sich wohl teilweise schon gefragt, was man da eigentlich macht.

20130825-210936.jpg

20130825-211009.jpg

Es war unbeschreiblich. Unbeschreiblich schön. Unbeschreiblich atemberaubend. Unbeschreiblich faszinierend. Und ich bin unglaublich dankbar, dass ich einen solchen Moment habe erleben dürfen.
IMG_7120

IMG_7151

IMG_7157

IMG_7214

IMG_7259

IMG_7258

Die nächsten Tage waren von ziemlichem Muskelkater geprägt. 6 Stunden bergauf und bergab machen sich eben doch bemerkbar.
Besonders extrem machte sich das bei unserer Tour ins Urgtal bemerkbar.
12km in 4 Stunden. Erst steil bergab, dann wieder steil bergauf.

20130825-211313.jpg
Um ehrlich zu sein, eine Tour die ich im Nachhinein gern als Mentaltraining bezeichnen würde.
100 Meter vor dem Ende der Tour, wollten weder Körper noch Geist. Und so hab ich mich einfach auf den Berg gelegt. Mitten auf den Weg. Aber da auf die Wichtigsten Dinge meines Lebens eben immer Verlass ist, stand ich doch wieder auf und lief die letzten 100 Höhenmeter.

Zusammenfassend bleibt zu sagen.
Ich liebe die Berge. Jetzt mehr denn je.
Meinen, unseren ganz besonderen Berg, den Furgler, sehr.

Verabschiedet wurden wir, wie es sich für die Berge gehört, mit Schnee auf den Gipfeln.

20130825-212128.jpg

Auf Wiedersehen meine geliebten Berge. Bis ganz, ganz bald!

20130825-212229.jpg

Advertisements

4 Antworten zu “Supermurmli

  1. Ein toller Bericht!

    In Serfaus war ich auch letztes Jahr und der hosenlose Murmli hat mich damals auch irritiert.

    Leider kam ich bei meinem Besuch nicht zum Laufen (Wellnessurlaub) und nun weiß ich, was ich verpasst habe!

  2. Pingback: Monatsrückblick August 2013

  3. ganz toll, so was erlebt man wirklich nicht so oft.
    beneidenswert.
    Pate

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s