Im Alter wird man wunderlich…


…sagt man ja. Stimmt aber nicht. Stimmt ganz und gar nicht.
Sportler sind wunderlich. Mich einbezogen. Sportler machen komische Dinge.

Sie knechten ihren Körper um ihn
anschließend wieder zu pflegen. Und warum das alles. Nur um seine Grenzen zu finden.
Um zu herauszufinden, das es noch mehr gibt, außer schlafen und arbeiten. Vielleicht ist man ja doch ein Ausnahmetalent und irgendwann ganz oben am Olymp. Der Reinhold Messner der Armen quasi.
Nun, was soll ich sagen. Ich bin auch befallen von diesem Virus. Ich würde sogar sagen, man kann nicht viel dagegen tun.

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Wir Sportler im Allgemeinen sind ein merkwürdiges Völkchen. Da wird alles daran gesetzt, die körperlichen Leiden so gering wie möglich zu halten. Hauptsache ist, man muss sich sportlich nicht einschränken. Das wäre fatal. Wenn man krank ist zum Beispiel, bleibt man zu Hause. Geht nicht zur Arbeit und nickt bei dem Spruch „Krank ist krank. Da bleibt man zu Hause“ immer ganz aufgeregt mit dem Köpfchen. Und dann geht man eben heim. Ins Bett und wartet, bis sie vorbei ist, die Krankheit.
Dies gilt jedoch nicht für den Sport. Da wird jeden Tag aufs neue abgewogen obs denn geht und was denn geht. Wirklich nicht laufen oder radfahren? Wenigstens doch aber ein bisschen Athletik. Ja, in der Vorstellung geht es schnell das man die Form verliert, oder eben überdiemensional zunimmt.
Verrückte, nein, vielleicht auch ein bisschen verkehrte Welt. Man identifiziert sich schnell mit dem neuen Ich. Ich, der Sportler. Und genauso schnell verschieben sich Prioritäten.
Vielleicht möchte uns unser Körper damit sagen, „lass das doch. Du bist nicht gemacht dafür. Lass uns doch wieder so angenehm auf der Couch liegen.“
Aber nein. Nein. Wir entscheiden was unser Körper zu tun hat. Er ist unser Instrument. Wir sind Sportler und unser Instrument, unser Material muss gehorchen.

Nehmen wir mich als Beispiel.
Ich war früher der felsenfesten Überzeugung man stirbt bei übermäßigem Genuss von gesunden Lebensmitteln. Mein Körper mochte das nicht. Der mochte McDonalds und Pizza und Energydrinks uns Glutamat. Mittlerweile kaufe ich mir Bio-Zitronen, um deren Saft mit Wasser zu vermischen und in mich hinein zu schütten. Wehe der Erkältung. Im Büro nehme ich die Treppe, statt dem Aufzug. 7 Etagen. 140 Stufen. Mehrmals täglich, rauf und wieder runter. Wenn ich aus irgendeinem Grund nicht trainieren kann, versuche ich dennoch mindestens 10.000 Schritte am Tag zu gehen. Das sind ca. 8km. Ich beschäftige mich mit einem Wettkampf gegen mich selbst. Kniebeuge. Und das täglich. 80 an Tag Eins und immerhin 360 an Tag Dreissig. Ich weiss, dass es ein schmerzhafter Monat wird. Deshalb versuche ich es mit Pferdesalbe und Muskelentspannungsbad (siehe Bild oben) und bilde mir ein, das Kätzchen so in Schach zu halten.
Ich esse Eiweißriegel, weil man mir sagt, dass das hilfreich sein. Alternativ tuts auch gern einer dieser klumpigen Shakes.
Kein Mensch kann mir erzählen, dass das schmeckt. Es ist ekelhaft.

Wunderlich. Wir erinnern uns. Wunderlich.

Mein früheres Ich, würde bei meinem jetzigen Ich angewidert das Gesicht verziehen.

Da fällt mir ein, ich muss dringend meine Eiweißriegel noch einpacken.

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