Da wird man doch glatt paranoid…


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Wird man.
Wirklich…langsam, aber sicher.
Donnerstagmorgen, 07:43.
Zu dieser Zeit sitze ich im Zug, auf dem Weg ins Büro.

Ich hatte noch ein wenig analysiert, warum der letzte Lauf so schlecht war.
Den ersten Versuch des 60 Minuten Laufs diese Woche hatte ich nach 15 Minuten und zwei neuer Anläufe abgebrochen. Ich weiss noch nicht was ich falsch mache, aber mich plagt Seitenstechen.  So akut, dass ich es nicht mehr weg bekomme, sobald es da ist.
Gestern habe ich dann einen zweiten Versuch gewagt und auch diesen nach 35 Minuten mit Seitenstechen sein lassen.
Aber gut, wir haben ja gelernt mit Niederlagen umzugehen und jeder hat irgendwie mal nen schlechten Tag oder auch zwei.
Ich analysierte also so vor mich hin und plötzlich saß ich da, wie vom Blitz getroffen. Bloß keine Panik Frau Schneider (ja, ich neige dazu in der 3. Person mit mir zu sprechen, sofern Situationen grenzwertig werden)
Ein kurzer Blick auf mein Telefon hatte bewirkt, dass ich wie vom Donner gerührt da saß. Mein Herz schlug bis zum Hals.  Schuld war die Zahl 38. Schnappatmung. 38 Tage noch. 38 Tage noch bis zum HALBMARATHON.
Ich fühle mich dann ungefähr so, wie Mr. Bean, wenn er nervös wird. Mein Gemütszustand der letzten und wahrscheinlich auch kommenden Tage, lässt sich am besten so beschreiben:Bitte hier klicken
Ja, so sieht es wahrscheinlich aus und erst recht fühlt es sich so an.
Und dann, während ich versuchte meinen Puls davon zu überzeugen mal halb lang zu machen, war es da. Das Niesen und Husten.  Die Dame neben mir. Und dann wurde ich paranoid.  Bloß nicht anstecken. Was macht die da, wieso niest die jetzt? Kann die das nicht woanders. Wenn ich jetzt krank werde, das geht doch nicht.
Dann tippte ich in mein Telefon: „Kann die nächsten 37 Tage nicht mehr arbeiten. Jedenfalls nicht mehr, wenn ich dafür Zug fahren muss.“
Als Antwort erhielt ich ein verwundertes „Bitte?“
Alle Möglichkeiten abgewogen. Vielleicht zieh ich besser einen Schal an, in den ich atmen kann.  Oder ich kaufe mir so einen Mundschutz, wie die Japaner.
Ich war schon geneigt, der Dame zu sagen: „Junge Frau, Sie müssen jetzt aussteigen, das geht so nicht mit Ihren Viren.“
38…ich dachte die Zahl macht einem nur auf dem Geburtstagskuchen Angst.
Achtunddreißig.
Ich sollte vielleicht eine Tüte mitnehmen, wegen des hyperventilierens, falls mich der Countdown erschreckt. Einatmen….ausatmen…einatmen…ausatmen.

Das der Märchenlauf in 24 Tagen ansteht schockt mich hingegen weniger.

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Ein hübscher kleiner 10km Lauf, der mir entweder Mut gibt, oder die Hoffnung erschlägt.  Märchenlauf. Zweideutig.  Wie im Märchen, oder nicht mal im Märchen.

Da muss Ablenkung her. Die hab ich gefunden. Heute Nacht um 04:44 öffnet die Anmeldung für die 24 Stunden von Bayern.
Ich hab den Wecker gestellt. Auf 04:40. Sicher ist sicher und verlagert das Adrenalin.

Einatmen…austmen…

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12 Antworten zu “Da wird man doch glatt paranoid…

  1. Wieso kommt mir das nur so bekannt vor? Jede Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel artet in Angstanfälle aus. Nur nicht krank werden. Ich kann auch alles darauf verwetten, dass ich krank werde, sobald ich aus den USA komme. Vielleicht sollte ich einfach da bleiben. Ich habe keine Ahnung was das ist.

    Na jedenfalls, keine Panik- ha, sagt sich so leicht. Also noch einmal: keine Panik, immer weiter atmen. Wir ernähren uns gut, wir machen alles nach Plan. Einfach weiter atmen und wow, wie aufregend. 24 Stunden von Bayern. Das sollte doch in der Tat helfen.

  2. 38 Tage sind doch noch lange. Zumindest lange genug um in Form zu kommen!

  3. Du fährst nicht mit dem Rad zur Arbeit?! 😉

  4. Hallo Katrin,
    Seitenstechen plagt mich zum Glück selten, kann aber schon einmal vorkommen. Atmest Du im synchron im Laufrhythmus? Keine Ahnung, ob das hilft…
    Ich habe mir angewöhnt 2x ein- und einmal auszuatmen, wobei das 2x Einatmen so schleichend ineinander übergeht.
    Viele Grüße, Bernd

  5. äh Frau Schneider, Du musst beim “Märchen” laufen, ich erklär Dir später warum, … 😉

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