Zugspitz Trailrun Challenge 2014


Mein kleines Saisonhighlight stand einen Tag vor dem Start noch in den Sternen.
Kurz vor der Abfahrt betrat ich die heimische Apotheke mit den Worten: “ Eine Packung Aspirin Complex. So groß wie geht.“

Mit den Erkältungsmittelchen im Gepäck ging es ab in Richtung Garmisch. Das Hotel hatten wir in Ehrwald gebucht. Der Gutschein der Tiroler Wanderhotels war ja noch einzulösen.
Mehr dazu erfahrt ihr demnächst hier.

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In Garmisch angekommen waren wir schon mitten im Getümmel.
Der Citysprint startete. Erster Teil jener Wagemutigen, die alle 3 Tage durch die Berge turnten.
Was nichts geringeres hieß als:

Citysprint Freitag: Ein 3km langer Hindernislauf quer durch Garmisch
Rock the Top Samstag: 44,9km mit 4291 Metern im Anstieg
Vertical Challenge Sonntag: 15,8km mit 2127 Metern im Anstieg.

Wahnsinn was die Jungs und Mädels da geleistet haben. Wirklich.
Wir machten uns auf, die Startunterlagen zu holen, Stoßgebete zum Himmel schickend, am Samstag nur irgendwie Lauffähig zu sein.
Zuschauer wollte ich keinesfalls sein.
Pastaparty und Racebriefing um 19:00 Uhr, so die Ansage.
Gut, da ich noch nie Fan von weichgekochten Nudeln mit Soße war, kann ich zur Pastaparty nicht viel sagen. Sah aber ganz reichhaltig und vielversprechend aus.
Unsere eigene war jedenfalls prima. Käsespätzle mit Blick auf die Citysprint Laufstrecke. So lässt sichs leben. Noch schnell das Racebriefing mitgenommen und so war der Freitag schon vorbei.

Gegen 21:00 Uhr im Hotel angekommen, Sachen bereitgelegt. Ab ins Bett.
Plötzlich Musik, Stimmen. Was war hier denn los.
3….2…..1…….. Startschuss und gleichzeitig Weckerklingeln.
Verrückt und verwirrend.
Der Start des Rock the Top Marathon war genau neben dem Hotel, sodass der Kommentator die Weckfunktion übernahm und wir pünktlich um 06:00 Uhr aus den Betten fielen. Bis ich das realisiert hatte, zog aber einige Zeit ins Land.
Die Stoßgebete hatten erfreulicherweise scheinbar geholfen (Danke Karma, zur Abwechslung mal ganz ohne Ironie). Starten würde ich können.

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An dieses Frühstück um solche Uhrzeiten werde ich mich allerdings wohl nie gewöhnen. Käsebrötchen in Mäusebissen abgenagt. Das wars dann auch schon. Mehr ging nicht.
Aber wenigstens ein Brötchen, mit leerem Magen musste ich also nicht laufen.
Zurück ins Zimmer, umziehen, Trinkblase befüllen, Streckenplan, erste Hilfe Set, alles im Rucksack verstauen. Gut, braucht man jetzt nicht alles zwangsläufig, jedenfalls nicht für die Kurzdistanz auf der es keine Ausrüstungspflicht gab, aber sicher ist sicher.
In Grainau angekommen noch eine Runde warm gelaufen, den Start des Halbmarathon betrachtet und schon auf die Strecke geschickt worden.
Die ersten Kilometer zog es sich eben dahin, wir konnten noch einige überholen. Relativ schnell war allerdings klar, dass ich das Tempo nicht halten können würde.
André lief also vor. Aus Erfahrung heraus wusste ich ja, dass ich alleine ganz gut zurecht komme.
Die Strecke bog nach links und hinter einem der Weidegatter zog es sich auch schon bergauf.

Uff. Ok. Die Körner fehlen. Bergauflaufen undenkbar. Gut, dann besser schnell gehen, als langsam laufen.
Gesagt, getan. So zogen sich die ersten Serpentinen hinauf. Hätte mir ja auch mal einer sagen können das 240 Höhenmeter kein Pappenstiel sind 😉
Ein weiteres Weidegatter. Da das Erste ja so schön aufgeschwungen ist also mit Anlauf durch das Zweite durch.
R-U-M-M-S

Die Läuferin vor mich krachte mit einem lauten Knall und einem mindestens genauso lauten „Aua“ dagegen.
Ob sie sich wehgetan hätte, war meine Frage. Nein, nein, alles sei in Ordnung, aber vielleicht hätte man das kennzeichnen können, dass das Gatter über eine Sperrvorrichtung verfügt, die man erst öffnen muss.
Ein kurzes Stück gingen wir zusammen, bis ich wieder loslaufen und sie hinter mir lassen konnte.

Immer weiter nach oben, schnellen Schrittes, vorbei an Wanderern die teils verwundert, teils bewundernd unseren Weg säumten.
Wer beharrlich nach oben stapft, muss irgendwann auch wieder nach unten. Und so lief ich voller Freude die erste Bergab-Passage.
Meine Welt. Bergab rennen. Ich liebe es. Man muss nur aufpassen, dass die Füße nicht schneller werden wollen als die Beine hinterher kommen.

Ein Schild am Rand weckte meine Aufmerksamkeit. 4km stand da und Verwunderung stand in meinem Gesicht.
Wie jetzt, 4km?
Prüfender Blick auf die Uhr. Dort leuchtete mir eine 5,45km entgegen.
Wie kann das sein? Verlaufen? GPS nicht in Ordnung und hat über einen Kilometer mehr draufgemogelt?
Den Streckenplan rausgekramt, versucht nachzuvollziehen. Kann nicht sein. 4km? Was stimmt hier nicht.
Dem denkenden Kopf brachte erst das nächste Schild Erlösung.
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3km. Aha. 3km to go. Jetzt macht das Sinn.
3km noch. Wie schnell diese 6km vorbei waren. Und wie ich so dachte und mich wunderte, warum das alles so verdammt schnell vorbei ging, war ich auch schon wieder auf dem Weg nach unten.
An der Verpflegungsstelle noch schnell eine Cola und weiter gings.
Noch 2km bis zum Ziel. Och nö, dann hatte ichs ja schon bald geschafft.
Rund um den See gerannt und dann auch schon wieder Asphalt unter den Füßen.
Ein wenig Wehmut kam auf.
Und ein wenig Verwunderung, denn der Läufer vor mir lief geradeaus, statt links abzubiegen in Richtung Ziel.
Schnell entschieden einfach den Markierungen zu folgen und schon sah ich den Zielbogen.

Das Starterfeld war nicht sehr groß und so wurde jeder einzelne Läufer jubelnd empfangen.

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Wow. Wenn das Trailrunning ist, dann liebe ich es.

Eine genaue Übersicht der Strecke gibt’s hier

Wieder im Hotel angekommen, erst einmal die geliebten CEPs an die Beine. Fast schon geliebtes Ritual nach anstrengenden Einheiten.
Füße hoch und die verbrannten Kohlehydrate wieder reinschaufeln. In Wahrheit ist der einzige Grund warum wir laufen nämlich die Pizza danach 😉

Und am nächsten Tag den heimlichen Plan geschmiedet, dass das nächste große Event der Zugspitz Basetrail sein wird.
Ich kann es kaum abwarten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

An dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an Plan B.
Die Premiere der Trailrun Challenge habt bravurös gemeistert. Eure Erfahrung in dem Bereich war deutlich spürbar. Und bin auf ein paar winzige Kleinigkeiten war es ein tolles Event.
Vielleicht könnte man im kommenden Jahr noch das Wörtchen to go auf den Schildern ergänzen 😉 Oder ein kleines Warnschild an Gattern. Ich freue mich auf ein weiteres Event mit euch.

Ebenfalls noch an CEP und Salomon, die mir Teile des Equipments zur Verfügung gestellt haben.

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15 Antworten zu “Zugspitz Trailrun Challenge 2014

  1. Kenn ich, uns hatte die Erkältung beim HM in Zermatt dieses Jahr erwischt … man will und kriegt doch keine Luft her … klingt aber spannend, die Strecke. Glückwunsch zum erfolgreichen Finish! Fieses Gatter 😉

  2. Toller Bericht und Eindrücke. Danke dir!

  3. Wow, total schön, und als Strecke bestimmt perfekt zum „Anfixen“ geeignet. 🙂 Gut, dass sich Dein Infekt zurückgehalten hat!

  4. Pingback: Ehrwald/Tiroler Wanderhotels | Naturkundestunde

  5. Sehr schön. Dicken Glückwunsch zu diesem Finish! Die Begeisterung hört man dir sehr gut an. Also kein Wunder, dass so eine Veranstaltung wieder sein muss. Das wird sicher eine tolle Vorbereitung und ein spannendes Event.

  6. Weil du ja immer von Trailrun Challenge geschrieben hast, dachte ich du läufst am SO die Vertical Challenge. 😉
    Zum Einstieg haben die 10km wohl auch gereicht. Höhenmeter kann ich hier in Wien dank dem Lainzer Tiergarten auch einige machen, aber ich muss auch echt mal zu so einem Event in die Berge. Viell. sieht man sich ja beim Basetrail, der würde mich schon auch reizen.

    • Die hatte ich eigentlich im Sinn. Aber irgendwann hat mein Hirn dann wieder eingesetzt. Die 10km waren gut für den Einstieg. Und sie machen Lust auf mehr. Dann vielleicht bis zum Basetrail 😉

  7. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, dass du dich trotz nerviger Erkältung gelaufen und ins Ziel gekommen bist!
    Dein Bericht hat auch bei mir die Trailrun-Lust geweckt. 😉 Mal sehen …
    Für nächstes Jahr hast du dir ein ordentliches Ziel gesetzt. Respekt!
    Bleibst du jetzt beim Laufen oder machst du mit dem Triathlon weiter?

  8. Super Bericht, echt toll. Gratuliere.

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