BMW Frankfurt Marathon 2014


Oder, wie man in sein eigenes Verderben läuft.
Wenn ich eines mittlerweile gelernt haben sollte, dann das ich mich furchtbar schnell von fixen Ideen begeistern lassen.
Und das, obwohl ich eigentlich kein Typ für diesen höher, schneller, weiter Trend bin, der momentan um sich greift.

So zog es uns dennoch zum zweiten Mal an die Strecke um die Läuferinnen und Läufer zu sehen und vielleicht das ein oder andere Bekannte Gesicht zu treffen.
Schon in der S-Bahn tummelten sich zahlreiche Läufer. Die schienen teilweise wirklich entspannt zu sein, anders kann ich mir nicht erklären, dass man um 09:32 Uhr noch in der Bahn sitzt, wenn um 10:00 Uhr der Startschuss fällt.
Aber wie hab ich so schön gelesen, wozu gibt es Nettozeit 😉
Die Luft vibrierte schon merklich und ich konnte es kaum abwarten, am Streckenrand zu stehen.
Mit der GoPro hatten wir es uns schnell am Start gemütlich gemacht. Plätze sichern, Kamera bereithalten, warten.
Minuten später zogen die Massen an uns vorbei und das erste Mal an diesem Tag spielte ich mit dem Gedanken, ob ich nicht vielleicht doch irgendwann mal…..
Ihr kennt das, der Moment, wenn man zum ersten Mal etwas in Erwägung zieht, von dem man irgendwann einmal behauptet hat, dass es nie in Frage kommt.

Wenn man auf der Mittelinsel der Mainzer Landstraße steht und die Läufer in beide Richtungen an einem vorbeiziehen, kommt der Gedanke ganz von allein.
15.000 Läuferinnen und Läufer und man selbst mittendrin. Da bleibt man nicht verschont. Vor allem nicht, wenn man weiß, wie das mit dem Laufen funktioniert.

Da wir den Zieleinlauf sehen wollten, blieb nicht allzu viel Zeit. Also einen kurzen Abstecher zur Alten Oper und schon ging es zurück in Richtung Festhalle.
Noch einmal über die Messe. Nicht so genau hinschauen, schnell an den interessanten Ständen und bei Brooks vorbei, denn ich konnte den Geldbeutel in meiner Tasche schimpfen hören, laut schimpfen, sehr laut. Er möchte geschont werden.
Ein Blick auf die Uhr. Höchste Zeit sich einen Platz in der Festhalle zu sichern. In weniger als 20 Minuten wurden die Topläufer erwartet. Und wer schon einmal den Zieleinlauf in Frankfurt erlebt hat, der weiß wovon ich spreche.

Das ist ein Gänsehautmoment.
Diese Momente sind es, bei denen ich besser zweimal tief einatme, weil der Schauer über den Rücken läuft und sich ein Tränchen den Weg ins Auge sucht.
Ich weiß noch immer nicht, warum ich viel emotionaler bin, wenn ich am Seitenrand stehe. Bei meinen eigenen Wettkämpfen habe ich damit weniger zu „kämpfen“.

So schnell wie der Tag begonnen hatte, war er auch schon wieder vorbei. Das ein oder andere bekannte Gesicht habe ich über die Ziellinie huschen sehen.
Für den einen hat sich der Traum nach der persönlichen Bestzeit erfüllt, für manch anderen war es kein perfekter Tag, aber alle sind ins Ziel gekommen.
Und wir fuhren wieder gen Heimat. Mit einer Idee im Kopf. Einer noch ganz kleinen Idee.

Florian Neuschwander hat ein einen sehr schönen Musiktitel in seinem Beitrag über den Frankfurt Marathon 2014. Die Hymne des Unperfektseins.
Zum ersten Mal gehört, aber es ist was Wahres dran.
Man muss nicht immer schneller sein als die anderen.
Exakt. Ich war nie der Typ, der genug Ehrgeiz besitzt um Bestzeiten zu jagen. Ich muss niemandem beweisen, dass ich schnell rennen oder schnell radeln kann. Man muss nicht immer an seine Schmerzgrenze gehen, auch, wenn es ein Wettkampf ist.
Es reicht, wenn ich für mich zufrieden mit meiner Leistung bin. Aber da bin ich vielleicht ein wenig anders, als der Rest.
Und so werde ich mich im nächsten Jahr aufmachen. In meinen für mich „unperfekten“ ersten Marathon.

Die Registrierungsseite hatte ich jedenfalls schon gefühlte Ewigkeiten offen.

Damit ihr auch ein wenig Marathonluft schnuppert, gibt’s diesmal „Bewegtbild“

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11 Antworten zu “BMW Frankfurt Marathon 2014

  1. Richtig so. Nicht lang grübeln, einfach angehen. Vielleicht sieht man sich dort, oder auf dem Weg dorthin. Werde die #1003 tragen 😀

  2. Juchuuu! Sie tut es! Nur zu, das wird mit Deiner tollen Einstellung ganz sicher ein unvergessliches Marathon-Debüt! Freu mich auf Deine Trainungs-Berichte!

    • Hihi 🙂 Erstmal bin ich gespannt, ob ich nach dem Basetrail je noch einen Meter laufen will

      • Ganz bestimmt…..der Basetrail wird erst der Anfang sein – denn dann will man auch die restlichen Strecken des ZUT erleben! Wenn man dann körperlich soweit ist, werden Marathons zu Trainingseinheiten 😉 Extreme Suchtgefahr!!!

  3. Der Frankfurt Marathon hat wirklich ein ganz tolles Feeling. Und der Zieleinlauf: Wow!
    Ich kann deine Entscheidung sehr gut verstehen und wünsche dir viel Spaß in der Vorbereitung auf den großen Lauf!

  4. Also da muss ich unbedingt widersprechen. Der erste wird einfach perfekt. Klar, es wird ein Kampf und vielleicht bist du langsamer als gedacht, aber der Marathon wird perfekt. Ich glaube nicht, dass ein anderer danach perfekter werden wird. Selbst mit Bestzeiten im Gepäck, bei schönstem Wetter… Ich freu mich für dich. Marathonluft ist eine ganz besondere Luft. Du wirst sie lieben. Viel Spaß beim Vorbereiten.

    PS. also so fünf vor Start noch in der Bahn zu setzen, würde mich hyperventilieren lassen. Dafür bin ich eindeutig nicht abgebrüht genug. Ich war zwar mal sprichwörtlich In letzter Sekunde vor dem Startschuss bei einem Lauf, aber das hat mich einige Kilometer gekostet, um darüber hinweg zu kommen…

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