Genie und Wahnsinn


Was momentan passiert ist irgendwas zwischen Genie und Wahnsinn.
Wie das passieren konnte, weiß ich gar nicht so genau.
Obwohl. Eigentlich weiß ich es schon.
Über die Verschiebung der Grenzen.

Novalis sagte einmal: „Alle Schranken sind bloß des Übersteigens wegen da.“
Und genau das habe ich vor. Einmal im Juni und einmal im August.

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern, an den Märchenlauf in Hanau
Viel zu warm angezogen, gab es irgendwann einen Totalausfall.
Zwischen Kilometer 5 und Kilometer 9 hatte man es wirklich nicht einfach mit mir und ich beneide meinen Freund in solchen Momenten wirklich nicht um meine Gesellschaft.
Von wilden Flüchen, bis hin zu flehendem Bitten, dass er nun endlich vorlaufen und mich alleine laufen soll (frei nach dem Motto: Lass mich zurück, ohne mich kannst du es schaffen.) war alles dabei.
Hätte man mir einen Vertrag gereicht, dessen Inhalt lebenslanges Sportverbot ist, ich hätte ihn mit meinem Blut unterschrieben.
Es war der Horror. Ich habe es leidenschaftlich gehasst. Vom ersten bis zum letzten Meter.
Märchenlauf

Mittlerweile hat sich das Ganze, wie wir wissen, zum Gegenteil entwickelt.
Und so sollte mein eigentliches Highlight der Zugspitz Basetrail werden. 36km mit knapp 2000 Höhenmetern bergauf und natürlich wieder bergab.
Eine Kilometerzahl mit der ich mich wirklich angefreundet hatte.
Und dann fiel mir ein Bild ins Auge.
Von Rebekka.
Unbenannt

Und die hat (wie man oben sehen kann) ein wunderschönes Dynafit Bandana. Steht eben Karwendelmarsch drauf. Und in dieses Teil habe ich mich verliebt. Also wurde es geordert.
Steht halt nicht Karwendelmarsch drauf. Ist auch noch nicht da. Die Deutsche Post und ich sind diesen Dezember keine Freunde, sie mögen mir einfach keine Pakete zustellen.
Mein Bandana leider auch nicht.
Das aber nur am Rande. Jedenfalls kam Rebekka auf die Idee, dass wir den Karwendelmarsch ja zusammen machen könnten. Wo wir ja quasi schon den passenden fast Partnerlook hätten.
Und dann, dann hatten wir den Salat. Wenn das Herzchen einmal brennt….
Plötzlich war die Anmeldung ausgefüllt, erst dann sickerte so langsam durch, dass ich 52km zu Fuß zurücklegen werde. Größtenteils rennend.
Und das, wo ich doch genau hier auf diesem Blog bestritten habe, jemals mehr als 21km zu Laufen.

Wenn das Herzchen einmal brennt und die Äuglein einmal funkeln sind Grenzen eben nur noch des Übersteigen wegens da.

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In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr mich auch 2015 auf dem langen Weg begleitet.

Und (und das vor allem) habt ein schönes Weihnachtsfest.
Genießt die Zeit mit euren Lieben und lasst den Sport mal Sport sind.
Weihnachten ist zum Schlemmen da.

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27 Antworten zu “Genie und Wahnsinn

  1. Haha, ja, wer kennt das nicht! Anno 2012 beim Fuchs: Nene, mehr als Halbmarathon – niemals! 😀

  2. Abgerechnet wird am Schluß – als am Ende der Saison im Herbst 2015. Bis dahin gibt es viel zu trainieren, viel wett zu kämpfen (vor allem mit Schweinehunden und sich selbst) und dabei gesund zu bleiben.

    Ob es jetzt Genie oder Wahnsinn war, erkennt man eben erst hinterher.

    Grüße aus der Selbsthilfegruppe für Anonyme Wettkampfanmelder

  3. Wenn’s brennt, dann brennt’s 😉 Da machste nix. Euch auf jeden Fall viel Spaß beim Marschieren.

  4. So passiert es meistens. Irgendwie sind Finger mit dem Herzen verbündet und was hat man davon? Jede Menge zu erzählen, viel Spaß und na eben dieses Gefühl. Kennen nur Sportler! Wünsche dir alles Gute und eine tolle Zeit der Vorbereitung. Liebe Grüße.

  5. Das wird super…garantiert!
    Und danach geht weiter…versprochen! 😉
    #infiziert #trailrunning

  6. Wenn das Feuer in dir brennt dann lass es lodern und versuche noch nicht mal es zu löschen. Denn es ist gut und treibt dich an 🙂

  7. Sportler und ihre Aussagen, dass sie etwas ganz bestimmt nie (wieder) tun werden – da gibt es schon so einige Geschichten 😉

    Bis dahin: Lass dich von den Zahlen nicht verrückt machen!

  8. Na ja, da bist du ja dann bei mir in Tirol zu Gast 🙂 Kann leicht sein, dass wir uns da im Karwendel über den Weg laufen. 😉 Auf alle Fälle eine Herausforderung, keine Frage! Super. 🙂

  9. „Lass Ihn raus den Tiger, zeig Ihnen das Du’s kannst…“ und so!
    Krass, krass, krass mehr fällt mir dazu nicht ein!
    Viel Freude in der Vorbereitung – freu mich davon zu lesen! 🙂

  10. Hört sich nach einem tollen Wahnsinns-Projekt an – mit Gefahr der Nachahmung, mir geht’s momentan ähnlich 😉 Viel Spaß dabei schon vorab – und frohe Weihnachten.

    lg,
    Markus

  11. Nur durch fixe Ideen wird die Welt verändert und werden Grenzen verschoben! Nach dem ersten 10 km-Rennen hieß es bei uns auch „nie nie mehr“, und jetzt laufen wir auch mit Begeisterung Berge hinauf – vornehmen und machen, heißt die Devise. Frohes Fest und ein tolles, erlebnisreiches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2015!

  12. Es wird wunderbar sagenhaft höllisch schmerzhaft obstlerisch und absolut unvergesslich 🙂 Freu mich schon wie eine Wahnsinnige auf unseren gemeinsamen Karwendelmarsch! Aaaaaah 😀

  13. So stolz…. 🙂

  14. „Du hast doch einen Knall…“ „So wie Du ausschaust willst Du einen Marathon laufen ?“
    Das und ähnliche Sprüche musste ich mir 2004 im Herbst anhören als ich mich zum ersten Einstein-Marathon angemeldet hatte.
    Tja, heute bin ich auf dem Weg zur 2. Langdistanz in Roth und kann mir den „Alle bekloppt“ Button auch anstecken 🙂

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