„Wieso machst´n du das?“


„Also diese Rumrennerei und so.“
Das war die Frage, die mir ein Kollege am Donnerstag gestellt hat.
Ohne groß darüber nachzudenken, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen und mit skeptischem Gesicht: „Was soll ich denn sonst machen?“

Wenn Sport zur Selbstverständlichkeit wird.
Offensichtlich scheint es nicht für jeden normal zu sein, das zu tun, was wir tun.
Meistens vergessen wir das aber und sind dann immer völlig entsetzt, wenn uns jemand fragt, warum wir das eigentlich tun.
Ähnlich ging es mir am Donnerstag, als mir diese Frage gestellt wurde und ich keine andere Antwort (außer die Eine) wusste.
Aber mal ehrlich, was soll ich denn machen, außer diese Rumrennerei 😀
Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich nicht. Ich kann mir mein Leben nicht mehr anders vorstellen.
Ich find mich gut so.

Und so werde ich auch in diesem Jahr einfach weiter machen. Ganz ohne gute Vorsätze.
Das ist auch gut so, denn wie ich gestern erfahren habe, ist der 10. Januar ein gefährlicher Tag für Menschen die Vorsätze haben.
Denn der 10. Januar ist wohl der Tag, an dem die meisten Menschen ihre Vorsätze über Bord werfen und zu alten Gewohnheiten zurück kehren.
Ja, was soll ich sagen. Die passende Antwort ist wohl diese.
Ich bin kein Fan von Vorsätzen. Ich kann mich auch nicht erinnern, je welche gehabt zu haben.

Ich werde keine Bestzeiten jagen und an jedem Kilometer sei es im Training oder im Wettkampf werde ich Spaß haben.
Und es werden einige Trainingskilometer zusammen kommen.
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Mathias vom MyGoal hat einen wunderschönen Plan gezaubert.
An die 52 Kilometer vom Karwendelmarsch kann ich wahrscheinlich nämlich nicht mehr so Harakiri rangehen, wie an meine restlichen Wettkämpfe.
Deshalb hab ich das denken was die Planung angeht, jemandem überlassen, der wirklich Ahnung davon hat.

Mama und Papa werden sicherlich wieder fragen, ob ichs nicht einfach langsam angehen kann. Und warum ich immer gleich so übertreiben muss.
Nun, ich war eben schon immer eher das Rabaukenkind, eher Ronja Räubertochter statt Cinderella.

Und nun dürft ihr mir erzählen, wie euer Umfeld darauf reagiert, was ihr so treibt.
Das würde ich tatsächlich spannend finden.
Kritik oder Lob, Verständnis oder Unverständnis, Gegen- oder Rückenwind.

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Veröffentlicht in 2015

13 Gedanken zu “„Wieso machst´n du das?“

  1. Ich ernte des öfteren Unverständnis wegen meiner Lauferei. Meine Frau die das toleriert allerdings auch, da kommen dann so Sprüche wie “ wenn mein Mann soviel laufen würde würde ich dem was erzählen
    ..“ Aber zweimal die Woche Fußballtraining mit anschl. Biervernichtung plus Kneipenbesuch am Wochenende kann man scheinbar ganz gut tolerieren… Warum ich laufe? Angefangen hat es vor der Geburt meiner ersten Tochter, ich wollte kein Vater sein der seinen Kindern nicht ohne Herzkasper hinterher rennen kann. Ich wollte fit und gesund sein um ein gutes Vorbild zu sein. Mittlerweile laufe ich soviel schlicht und ergreifend weil ich es kann 😊

  2. Ich find dich auch genau so gut! Weiter so. Also ich frage natürlich nicht ‚Wieso‘ und in der Regel stellt man mir diese Frage auch nicht mehr. Also zumindest nicht mein näheres Umfeld. Sie haben vermutlich gelernt, das wegzuatmen, glaube ich. So wie, wenn ich etwas höre wie: „Ich konnte schon seit einem Monat keinen Sport machen. War doch so (wahlweise) windig, glatt, regnerisch, sonnig, warm, kalt…“ Da hole ich auch immer ganz tief Luft und sage nichts. Aber genau eben so, wie es jeder möchte. Wir machen eben etwas mehr Sport und die anderen eben etwas anderes.

    Na da bin ich ja auf deine Vorbereitung gespannt. Viel Spaß mit dem MyGoal Plan und ganz viel Erfolg in deiner neuen Saison.

  3. Ich werde eher gefragt „macht das denn Spaß, das ist doch eine Quälerei – muss das sein?“ Darauf ich „ja“ 😉 Die Frage kommt meistens von total unsportlichen Menschen, die wedr mit Bewegung noch Natur was anfangen können …

  4. Ah, Du hast die Mail von TomTom bezüglich der Neujahrsvorsätze also auch bekommen. 😀
    Ich hab der Reaktion von Nicht-Sportlern ja schon einen eigenen Blogpost gewidmet, weil mich das auch teilweise fasziniert.
    Ja, meistens Unverständnis… leider. Aber um so wertvoller sind für mich die Leute, die sagen: „Finde ich super!“
    Meine Antwort mittlerweile: „Weil’s mir Spaß macht.“

  5. Ach du meine Güte, wieviel Anmerkungen, Kopfschütteln bis hin zum „das ist ja nicht gesund“ ich schon zu hören bekommen habe und weiterhin bekommen werde, kann ich garnicht genau sagen. Aber leider ist in unserer konsumsüchtigen Gesellschaft mit dem Fokus auf wenig investieren (Zeit und Energie) dafür aber maximalen Fun zu haben kein Platz für Bewegung und vermehrt Sport. Besser ist es vor dem TV oder in der Arena herum zu hängen und sich einige Bierchen reinzuziehen (nichts gegen das Bierchen, aber zuvor sollte man es sich verdienen). 😉

    Und das Ergebnis sieht man ja, muss man ja nur die Augen aufmachen.

    Das lustige dabei ist nur, wenn ich zur Gesundenuntersuchung gehe, dann gibts immer vom Doc tolle Komplimente bezüglich Fitness und jeglicher Werte und wenn ich dann mein Rezept auspacke, dann werden die Augen groß, der Finger geht etwas in die Höhe und der Mund formuliert so unverständliches wie „passen Sie auf, nicht dass sie übertreiben“! Das soll noch einer verstehen? Hat es schwarz auf weiß vor sich liegen und dann wirrd vor der Gesundheit und der damit zusammenhängenden Arbeit (Sport) gewarnt! 😦

    Ja, ich könnte ein Lied davon singen (nicht sehr schön anzuhören) mit welch doofen Argumenten sich mein Umfeld, das Meiste zumindest, daherkommen.

    Aber man gewöhnt sich daran und denkt sich, mach du wie du willst und lass mir meine Ruhe. 😉

  6. Interessantes Thema….für die meisten aus meinem Umfeld bin ich wohl „jenseits von Gut und Böse“ 😀
    Ich halte es mittlerweile so: wer mir aufrichtiges Interesse an meinem Tun entgegen bringt, dem erzähle ich gerne davon und das tut dann auch unheimlich gut wenn einem ein wenig Bewunderung und Aufmerksamkeit entgegen kommt. Das passiert jedoch nur sehr selten. Denn auf diese von mir ungewollten aufgegängelten *ich muss mich rechtfertigen, denn das ist ja nicht normal und extrem und ungesund was ich da mache*-Diskussionen habe ich wirklich keine Lust mehr. So hülle ich meistens einen Mantel des Schweigens bei in einer Runde von bewegungsarmen Mitmenschen aufkommendem Gespräch über Sport und antworte nur sporadisch wenn ich etwas gefragt werde 🙂

    Und was das Rabaukenkind angeht: Ich habe neulich in der Münchner S-Bahn einen Sticker entdeckt: „Lieber Pippi als Annika“ YES! Ronja fand ich auch cooler als Cinderella (by the way: Wer ist´n das?) 😀

    Also ich finde das gut das Du Dich gut findest und das was Du tust 😉 Der Spaß sollte immer an vorderster Stelle sein, denn ohne den geht´s eh nicht. Ich wünsche Dir viel Spaß und gutes Gelingen bei Deinen Vorbereitungen auf die angepeilten Herausforderungen und Erlebnisse und vor allem das Du mit dem Wetter im Karwendel mehr Glück hast als wir letztes Jahr! Irgendwann mach ich den nochmal, aber spontan, wenn ich weiß das ich die Berge sehen kann. An der Zugspitze sehen wir uns ja vllt. Falls Du Tipps brauchst oder sonstige Fragen zum Thema „Langstrecken-Trailrennen“ hast, dann darfst Du gerne auf mich zukommen. Auf Deine Erzählungen im Blog freue ich mich auf jeden jetzt Fall schon 🙂
    Der Weg ist meistens eh interessanter und spannender als das Ziel.

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