Tue Gutes und Rede darüber.


„Everyone you meet is fighting a battle you know nothing about. Be kind. Always.“
Einer der Sprüche, die ich schon immer gut fand und an die ich mich immer halten wollte.
Jedenfalls versuche ich das.
Jeder von uns hat seine eigene Geschichte und darin sein eigenes Kapitel, welches eher dunkel ist.

Im Juni vor 10 Jahren bekam ich einen Anruf, den mein Vater mit den Worten begann: „Geh bitte nach Hause, wir müssen dir etwas sagen. Wenn du zu Hause bist, setzt du dich und dann rufst du wieder an.“
Das Gefühl was ich in diesem Moment hatte, wünsche ich niemandem. An den Heimweg kann ich mich nicht erinnern. Mein Gedächtnis setzt wieder ein, als ich mein Telefon am Ohr habe und am anderen Ende die Worte fallen: „Daniel hatte einen Motorradunfall. Er hat nicht überlebt.“
Mir wurde furchtbar übel, ich konnte nicht atmen, ich wusste überhaupt nicht wie mir geschieht.
Daniel ist mein Cousin und war zum damaligen Zeitpunkt 19 Jahre alt.
Wir haben unsere komplette Kindheit miteinander verbracht und plötzlich, plötzlich fehlte ein Stück.
Bis heute tut es das.
Bis heute ist der Schmerz nicht besser geworden, am Grab zu stehen bricht mir das Herz, jedes Mal aufs neue und ich weiß, dass es immer so sein wird.

Deshalb habe ich wohl auch sehr lange gebraucht, um die Idee für dieses Projekt tatsächlich umzusetzen.
Ich wünsche niemanden, dass er vor dieser Situation steht. Niemand soll sein Kind, einen Verwandten, einen Freund oder Freundin verlieren müssen. Schon gar nicht so früh. Da die Welt aber nicht immer gerecht ist, passiert es immer wieder, dass man vor einer solchen Situation steht.
Nicht weit von meinem Geburtstort befindet sich ein Kinderhospiz. Das Kinderhospiz-Mitteldeutschland.
Eine Einrichtung für schwer kranke Kinder (im Alter von 0-18 Jahren) und deren Eltern. Die Einrichtung hilft den Familien mit Kindern, die eine lebensverkürzende Krankheit haben, für eine Zeit ein sorgenfreieres Leben zu führen, für ein paar Augenblicke Kraft zu sammeln und Momente zu genießen.
Bis zu 4 Wochen im Jahr ist das hier möglich. Eine Zeit, in der den Eltern bei der Betreuung unter die Arme gegriffen wird. Den kleinen Gästen das bestmögliche zu Gute kommt.
Eine Zeit, die natürlich nicht umsonst ist.
Das Hospiz lebt zum Großteil von Spenden. Nur ein Teil wird von der Krankenkasse getragen.
Ich habe lange damit befasst und ein tolles Telefonat geführt, viel über das Hospiz und die Arbeit erfahren.

Nun bin ich an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich relativ viel Zuspruch erfahre.
Immer wieder bekomme ich Testprodukte, immer wieder darf ich darüber bloggen, immer wieder lesen dies Menschen.
Davon würde ich gern etwas zurückgeben.
Den Kindern und Jugendlichen, die gern toben und spielen würden und stattdessen andere Kämpfe in ihrem Leben austragen.
Den Eltern die gern laufen, es aber nicht können, weil ihnen die Zeit fehlt und die Kraft. Oder beides.
Deshalb habe ich mir überlegt für das Kinder- und Jugendhospiz zu laufen.
Für jeden gelaufenen Wettkampfkilometer werde ich 1,00 Euro spenden. Für jeden gelaufenen Trainingskilometer 0,05 Euro.
Am Ende des Jahres würde ich gern mit einem Sack voll Geld wieder nach Thüringen reisen.
Ich hoffe sehr, dass ich dabei ein wenig unterstützt werde, von euch Lesern, von Familie und Freunden da draußen.
Jeder Euro hilft ein Stückchen weiter. So wie auch wir immer einfach ein Stückchen weiter laufen.
Und so hoffe ich, dass ich am Ende des Jahres nicht nur mit meinen Euronen dort ankomme.
Am Ende eines jeden Monats, werde ich meinen erlaufenen Betrag spenden. Egal ob nur Trainingskilometer, oder aber Trainings- und Wettkampfkilometer.

Wettkämpfe stehen bis jetzt folgende fest:

09.05.2015 Rennsteiglauf: 21km
20.06.2015 Zugspitzbasetrail: 36km
29.08.2015 Karwendelmarsch: 52km

Auch ihr könnt mir helfen und zwar hier:

http://www.kinderhospiz-mitteldeutschland.de/jetzt_spenden.html?laufen-fuer-das-kinderhospiz

Ich bin dankbar für jeden Cent, für jeden Euro, für jeden Kommentar, für jedes Like, für jedes Teilen des Beitrags usw.
Egal was es ist, es hilft immer ein bisschen.

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9 Antworten zu “Tue Gutes und Rede darüber.

  1. Puh. Ein trauriges aber wichtiges Thema zugleich!
    Ich finde gut was du tust und daher werde ich Dich auf Deinen Kilometern für das Kinderhospiz unterstützen!
    Happy Trails! 🙂

    • Danke liebe Julia.
      Es ist tatsächlich ein schwieriges Thema und ich wusste lange nicht wie, bzw. ob ich es überhaupt angehen soll.
      Umso mehr liegt es mir allerdings jetzt am Herzen.

  2. Liebe Katrin,
    man kann nie genug zurückgeben – seien wir froh, dass wir so viele Kilometer laufen können und dürfen. Natürlich unterstütze ich Dich. Übrigens, diese Situation kenne ich leider besser als mir lieb ist – bei mir war es der Vater, der vom Radtraining nicht mehr nach Hause kam – und genau das ist der Grund, warum ich nie mehr auf ein Rad steige und nie Triathlon machen werde … Also wünsche ich Dir viele viele Laufkilometer 🙂

    • Darüber bin ich tatsächlich sehr froh.
      Vielen lieben Dank für die Unterstützung. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.
      Und das mit deinem Papa tut mir sehr leid.

  3. Hi Katrin,

    ich finde es toll, was du da vor hast und finde deinen Gedanken bemerkenswert etwas zurück geben zu wollen! Wenn alle ein bisschen anpacken, können wir so vieles Erreichen! Ich drücke dir die Daumen für dein Projekt! Liebe Grüße, Miele

  4. Es ist immer wieder schön davon zu lesen, wenn jemand etwas zurück geben möchte. Oft müssen wir so viel Leid miterleben egal ob persönlich oder im näheren Umkreis, dass alles so unfassbar erscheint. Ein wenig Hilfe und vor allem Aufmerksamkeit und Mitgefühl können so viel Positives ausrichten. Ich wünsche dir unglaublich viele Laufkilometer und viel Freude dabei. Jeder wird es dir sicher von Herzen danken.

  5. Pingback: Spendenlauf 2016 | Katrin goes Trailathlon

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