Countdown


Der Countdown läuft.
Nächsten Samstag bin ich um diese Uhrzeit hoffentlich irgendwo bei Kilometer 25.
Hoffentlich. Denn das typische Vorwettkampfsmimimi setzt ein.
Nur diesmal anders als gewohnt.
Was mich ein klein wenig nervös macht.

Diesmal hat das Mimimi schon letzten Montag angefangen.
Ich konnte mich zu nichts mehr aufraffen, kam morgens schlecht bis gar nicht aus dem Bett und bin nach der Arbeit direkt wieder hineingefallen.
Gefühlt hat mich der Wecker 5 Minuten später wieder aus dem Tiefschlaf gerissen.
Ein sicheres Zeichen dafür, dass der Körper müde ist.
Das Schienbein zwickt, der Knöchel auch.
Bei den letzten Läufen war das Tape schon nicht mehr wegzudenken.

Ich habe eine Menge gelernt in den letzen Jahren. Vor allem eins, wenn der Körper nach Ruhe ruft, kann man das ignorieren. Dann wird man dafür bezahlen.
Das möchte ich nicht riskieren.
Da die letzten Tage vor dem Wettkampf eh nichts mehr rausreißen, gebe ich nach.
Mein Körper und ich, wie machen Pause.
Ich tue was er will und im Gegenzug wird er nächsten Samstag tun, was ich will.
Ein Deal in gegenseitigem Einvernehmen.
Das glaube ich. Was mein Körper glaubt, sehen wir am Samstag.

Heute Morgen wollte ich es dann noch einmal kurz versuchen. 1 Stunde Reko.
Nach 30 Minuten hatte ich ein Einsehen, habe die Uhr gestoppt und den Lauf in einen Spaziergang verwandelt.
Gefühlt hatte ich eher Stöcke als Beine, die sich hakelig und staksig vorwärts bewegten.
Von dem überraschenden Gefühl, dass die Füße auf den Boden aufsetzen ganz zu schweigen. Alles unrund und irgendwie Gelenklos.
Ja Gelenklos triffts. Und plötzlich dann noch das trügerische Gefühl, dass sich eine Erkältung anschleicht.
Frühstück
Was es zum Frühstück gab war dann wohl klar. Ananas, Kaffee und vor allem wieder eine Immun-Kur.
Die letzte ist zwar noch nicht lange her, aber sicher ist sicher.

Während so eines Morgenspaziergangs hat man nun eine Menge Zeit nachzudenken.
Der Juni und somit auch der Basetrail werden eine Herausforderung. Nicht nur körperlich.

:-(

Ein Ereignis jährt sich, von dem ich mir gewünscht hätte, es wäre uns erspart geblieben.
Den Basetrail selbst, werde ich einer Person widmen, der ich auch schon die Spendenaktion widme bzw. wegen der ich sie ins Leben gerufen habe.
Daniel.
Im Juni wärst du 29 Jahre alt geworden. Im Juni bist du seit 10 Jahren nicht mehr da.
Jedenfalls nicht körperlich. Ab und an besuchst du mich im Traum und ich weiß, dass es dir gut geht.
Während ich so darüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich nicht begreifen kann, wie 10 Jahre vergehen konnten.

Im Juni bin ich dem Himmel ein Stück näher und vielleicht begleitest du mich ja 🙂
Wahrscheinlich wird es also das schönste und schmerzhafteste Rennen zugleich.

Oder wie Jupiter Jones schon sang
(und ich kann mir keine besseren Textzeilen dafür vorstellen):
Ich hab‘ den Verstand verloren.
Blinde Augen,
Taube Ohren,
Stumme Lieder,
Leere Bücher,
Pfeifen, Flaschen, Taschentücher
Und wir rennen um unser Leben
Du davon und ich entgegen
Ich würd‘ dich gern morgen seh’n
Wenn’s das gäbe wär das schön.

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Veröffentlicht in 2015

13 Gedanken zu “Countdown

  1. Lass Dich von Deinem Körper nicht veräppeln. Du hast den Trainingsplan strikt durchgezogen, du hast Einheiten trainiert, bei denen mir die Kinnlade heruntergeklappt ist … gönne ihm die Ruhe. Aus Tapering wird eben Extremtapering – es zählt nächste Woche.

    Alles wird gut!
    VG
    Daniel

  2. Dass der Körper nach Erholung schreit, kennen wir alle. Gib ihm nach. Er wird es dir danken!
    Ich drück dir die Daumen, dass alles so klappt, wie du es dir vorstellst. Tschaka, du schaffst es!

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