Schöner Scheitern.


So oder so ähnlich, könnte die Überschrift für die letzte Woche und die kommenden Tage lauten.
Aber wo fangen wir am Besten an?
Es ist ja kein Geheimnis, dass mein Körper und ich nicht oft einer Meinung sind.
Wenn es bei mir gut läuft, sind das immer Phasen und die meist die Ausnahme.
Ich weiß das, ich kenne das und in der Regel lasse ich mich davon nicht beirren.

Nun muss man wohl auch dazu sagen, dass meine Ziele immer recht ambitioniert sind.
Wenn ich bislang große Töne gespukt habe, steckte aber auch immer etwas dahinter.
Ich habe getönt und im Ziel die Medaille hoch gehalten.
Mich der kritischen Stimmen immer wieder widersetzt und sie eines besseren belehrt.

Donnerstag fing es allerdings an. A la Hochmut kommt vor dem Fall.
Und momentan liege ich mal wieder auf der Nase. Oder eher auf dem Rücken.
Am Donnerstag wartete der Zahnklempner. Der mir freudig im Mund rumbohrte und zwei Füllungen ersetzte.
Nicht so dramatisch, aber wenn man´s vermeiden könnte, wäre es halt schon besser.
Damit wäre es geregelt, dachte ich.
Samstag aber immer noch ein leichtes pulsieren im rechten Unterkiefer.

Auch noch dann, als ich mich schnaufend wie ein Walross die heimischen Trails nach oben schob.
Und seit langem gab es mal wieder ein Gespräch darüber, ob ich es vielleicht einfach falsch angehe.
Tja…was soll ich sagen. Das Zauberwort heißt Grundlage.
Grundlage, Grundlage, Grundlage.
Wer 52 Kilometer durch ein Gebirge rennen will, braucht davon eine Menge.
Plan also folgender: 3 Wochen noch bis zum Karwendelmarsch, 3 Wochen noch auf dem Rollentrainer an der Grundlage zu arbeiten.

Super Plan, damit sollte es gehen.
Sonntag dann 75 Kilometer auf dem Rennrad, was schon einen sehr positiven Effekt hatte.
In der Nacht hat aber ein kleiner, feiner Nerv beschlossen, dass es unter meinem Schulterblatt total schön ist.
Und da hängt er nun. Und ich liege und versuche mich so wenig wie möglich zu bewegen. Mit Wärmepflastern, bei Hochsommerlichen Temperaturen.
Ne Menge Zeit übrigens, um Zwiegespräche mit dem Zahn zu führen. DEM ZAHN. Dem Weisheitszahn. Im Unterkiefer. Natürlich. Wenn, dann richtig.

Autsch

De Zahnklempner wird den rausschrauben..am Freitag. Ob einen, oder besser gleich alle 4, sehen wir dann.
Guter Rat ist nun teuer. 25 Tage vor meinem Highlight.
Ich hoffe, dass mich das nur kurz aus dem Konzept wirft und ich unbeirrt an den Start gehen kann. Ob mit Grundlage, oder ohne. Versuchen werde ich es dann allemal.
Ob das dann in die Kategorie „Schöner scheitern“ fällt, oder ob ich es schaffe…momentan kann ich das nicht beurteilen. Mein Bauchgefühl lässt mich zum ersten Mal auch im Stich.
Es gibt immer noch die Möglichkeit, nach 35 Kilometern auszusteigen und wird dann in einer anderen Kategorie gewertet.
Wenn das mit den Zähnen ein größerer Akt wird, werde ich auf den Karwendelmarsch wohl verzichten müssen.

Advertisements

30 Antworten zu “Schöner Scheitern.

  1. Auweia und ich dachte, dass es gerade so super läuft. Das Wochenende sah auf Instagram so herrlich aus.

    Aber dieser Zahn und der Nerv. Mit Zähnen kenne ich mich nicht so aus. Zum Glück. Klopf auf Holz! Aber das mit der Schulter kenne ich. Heidenei. Hoffentlich wird es bald besser. Ich halte dir für beides die Daumen!

  2. Oh das sind ja keine guten Nachrichten bei dir :/ Das mit dem Nerv könnte sich bis dahin sicher wieder geben – Zähne sind allerdings so eine Sache. Ich bin mittlerweile aller Weisheiten los, man hatte mir gleich alle vier bei einer Metallentfernung gezogen. Aktiv am Leben teilhaben konnte ich schon wieder nach einer Woche. Nach 2 sah ich gesellschaftsfähig aus und nach 3 war ich komplett abgeschwollen. Schmerzen hielten sich in Grenzen, entzündet hatte sich auch nichts. Müsstest du dann halt testen ab wann es sich wieder empfiehlt zu laufen..nicht dass das dann dabei pulsiert oder so. Ich halte dir die Daumen!

  3. Drück dir die Daumen. Laboriere gerade auch mit der Achillessehne rum… echt ärgerlich 😦

  4. Oh wie doof, ich drück die Daumen!
    Mir macht mein im Dezember gebrochenes Handgelenk auch immer noch Striche durch alle möglichen Rechnungen, und menschliche Geduld und sich-abfinden-müssen sind wirklich begrenzt. Viel Glück!

  5. Aaaaalso,
    lass Dir mal die Weisheit entfernen 😉 und dann gehste ganz entspannt an Dein Training. Wie lange noch?
    Das liegt nicht an den Grundlagen. Ich würde sagen, zu spät für Grundlagen. Jetzt ist im Hinblick auf den Karwendel nur noch Feintuning. Aber die Grundlagen haste doch auch. Ich habe etwas ähnliches gehabt und die Zähne waren der Ursprung allen Übels.

    Nicht soviel Zweifeln, nicht so viele Fragen stellen und der KW Marsch wird g*** 🙂 *Daumendrück*

  6. Ach Du meine Güte! Wenn´s Dir ein Trost ist: Frauchens Zahnarzt meint (uncharmant wie immer) „je älter man / frau ist, desto schlimmer wird es mit dem Rausholen der Weisheitszähne“. Umkehrschluss: Du bist noch jung, da geht es schnell. Siehe auch André. Wir halten ganz fest die Daumen, dass es Dir bald wieder topfit megagut geht 🙂

  7. Oh nein, da kann man ja nur die Daumen drücken. Falls es dir Hoffnung macht, bei mir kam vor ein paar Jahren die komplette linke Seite raus und nach drei Tagen war das ganze außer einem blauen, rechten Auge (wieso auch immer) defacto vorbei.

  8. An den Zähnen hängt sehr viel, auch wenn man es nicht glaubt oder versteht. Ich denke auch, raus damit und du hast bald wieder Ruh. Auch von mir: Nicht so viel negative Gedanken. Denk Positiv!!!
    „Du bist was du denkst“!

  9. Ahh, gerade die Zähne. Damit ist wohl echt nicht zu spaßen. Und ändern lässt sich hier auch nix….
    Wünsche dir eine schnelle Abklingphase und dann einen guten Start

  10. Zähne..ohja. Der Zahnklempner wird dir, nach der Extraktion, dann erstmal anstrengende Sachen „verbieten“! Zurecht..aber nach 35km aussteigen wäre auch keine Schande! Ich kenn da was von 😉 Genieße den Karwendel…

  11. Ich wünsche dir ganz viel Gesundheit und hoffentlich wird es beim Zahnarzt nicht so schlimm. Lass es dir nicht so ergehen wie mir.

  12. Mach dich nicht verrückt… mal so mal so. Seit der Zugspitze hat’s mich auch erwischt. Der erste Infekt seit 2 Jahren und der will und will nicht weggehen. Aber wir wissen doch, dass es danach immer wieder noch besser weitergeht… hat doch an der Zugspitze auch geklappt 🙂

  13. Ich drück dir die Daumen! Sowas ist super ärgerlich, aber wenn du schon einen Plan B hast, dann klappt Plan A sicher auch. 😀

  14. Ich erkenne mich manchmal oft wieder. Zumindest war es früher so. Ich hatte auch hoch gesteckte Ziele und hab mich oft nicht gut darauf vorbereitet gefühlt. Ich habe oft nach Lust und Laune aus dem Bauch heraus trainiert, doch nie konsequent nach einen Trainingsplan. Das ist nun, nach der Schwangerschaft, anders. Ich bereite mich mit Trainingsplänen auf meine Wettkämpfe vor und das ist gerade super. Es macht Spaß, man merkt wie man sich selbst verbessert und das ist meine größte Motivation. Ich tue Dinge, die ich so ohne einen Plan nicht gemacht hätte und das bringt einen selbst oft voran. Ich habe nun immer ein gutes und sicheres Gefühl wenn ich einen Wettkampf absolviere. Und so kann man auch 10 Monate nach der Geburt 43,5km auf den Rennsteig entlang laufen 😉

    Ich drück dir die Daumen dass das mit den Zähnen schnell wieder heil wird. Ich hatte in meiner Marathonvorbereitung auch eine kleine Zahn-OP (Wurzelspitzenresektion) und musste eine Woche mit Walking mein Lauftraining überbrücken. Alles Gute dir!!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s