Es läuft…


…rückwärts und bergab, aber es läuft.
Das ist der momentane Stand.
Und wohl auch der Grund, warum es hier relativ ruhig ist.
Denn wirklich viel gab es nicht zu berichten.
Aber keine Sorge, das hier wird kein „Mimimi“-Blogpost, sondern eher ein „So schnell wird nicht aufgegeben“ Blogpost.

Aber von Anfang an.
Schon seit Beginn dieses Jahres habe ich das Gefühl, dass mir mein Körper irgendetwas sagen möchte.
Mal lauter und mal leiser.
Erst die Erkältung, dann die Weisheitszähne, dann wieder eine Erkältung, dann plötzlich der Fuß, der mir einen Besuch in der Notaufnahme bescherte und eine Woche an Krücken.
Irgendwie kam ich so gar nicht in Schwung und nichts wollte, wie es sollte.

Ruck zuck war es April und es standen gerade mal 250 Laufkilometer auf der Uhr.
Das ist nichts, was mich sonderlich erschreckt.
Die 250 waren gute, wichtige und intensive Kilometer.
Alles noch im Rahmen, wenn auch am unteren Ende des Rahmens.

Der April lief dann mit 157 Kilometern recht gut.
Die langen Einheiten samstags und sonntags haben immens weh getan, vor allem mental.
Das war zu erwarten.
Ich kann nicht zählen, wie oft ich am Anstieg stand und mir sicher war, dass es das Beste ist, in diesem Jahr alle Wettkämpfe abzusagen und es sein zu lassen.
Letzten Sonntag war ich die erste halbe Stunde (von insgesamt 3 Stunden Training) sehr davon überzeugt, dass die Entscheidung gefallen ist in diesem Jahr nichts zu machen.
Ich hatte mir im Kopf zurechtgelegt, wie ich alles absage und den Sommer entspannt auf dem Rennrad verbringe. Der Gedanke verschwand irgendwann, als ich mich in einen Tunnel gerannt hatte und alles ausgeblendet habe, was auch nur irgend ablenkt. André musste mich mehrfach anstupsen, damit ich die Abzweigung nicht verpasse.
Die daurauffolgenden 2,5 Stunden habe ich Goethe gehasst wie nie zuvor.
2,5 Stunden lang habe ich mir vorgesagt: „Es wechselt Pein und Lust, genieße wenn du kannst und leide wenn du musst.“ (an dieser Stelle ein herzliches Danke an Daniel, der diesen Spruch ausgegraben hat)
Konstant…immer und immer wieder diesen Satz. Im Minutentakt wechselt mein Befinden von Leiden in Genießen und umgekehrt.

Nun ist Laufen aber auch nichts, was mir in die Wiege gelegt ist.
Ich bin kein von Natur aus sportlicher Mensch.
Jeder kann irgendetwas gut.
Die einen können gut laufen, ich kann gut mit dem kleinen Zeh gegen Tischbeine krachen, zum Beispiel.
Laufen bedeutet für mich Arbeit. Immens viel Arbeit!
Die wenigsten meiner Kilometer fallen mir leicht und ich kann sie einfach so abspulen, wie manch anderer. Schon gar nicht in Kombination mit Höhenmetern.
Die Beine brennen, die Lunge auch.
Erst vor Kurzem hatte ich mich soweit, dass ich meine Leidensfähigkeit so erhöht hatte, um die 5km in unter 30 Minuten zu laufen.
Ja, so ist das.
Kurzum: Jeder Kilometer auf der Uhr, jeder Höhenmeter, jede Minute, jede Stunde ist harte, konstante Arbeit.
Aber wenn man weiss wofür…ihr wisst ja wie das ist. Wenn die Augen einmal funkeln…
Ich war zufrieden mit dem April. Irgendwie jedenfalls. So konnte es weitergehen.

Dann kam der Mai.
Die Hoffnung, dass der Körper ausgemault hat, war schnell begraben.
Also einmal großes Blutbild zum Mitnehmen.
Sollte des Rätsels Lösung so einfach sein?
Denkste..wunderschönes Blutbild.
Guter Rat teuer. Was also tun?
Es folgten einige Gespräche, noch mehr Überlegungen, noch mehr Gespräche und erneute Überlegungen.
Und schlussendlich die Entscheidung, die Etappe der Feuerwehrdeutschlandtour am 11.05. sausen zu lassen.
Das 2. Event das ich absagen muss, nachdem ich schon den Halbmarathon in Frankfurt an den Nagel gehangen habe.
Um ehrlich zu sein, ein Zustand mit dem ich sehr schlecht leben kann.
Die Tour war eigentlich mein kleines Jahreshighlight und nun schmiere ich mit blutendem Herzen Voltaren und werfe Webenzym hinterher.

Aber gut, man hat immer zwei Möglichkeiten. Man gibt auf, oder man macht einfach weiter.
Und da aufgeben was für Mimis ist, wird gefälligst weitergemacht.
So schnell kriegt man mich nicht klein.

Weiter gehts

An die Tour musste ich einen Haken machen. Gut, dann ist das eben so. Aber es warten in diesem Jahr noch der Rennsteiglauf-Marathon und ein paar Tagen und der Zugspitz Supertrail in gut 6 Wochen.
Und das werde ich so schnell nicht abschreiben. Das kann und das will ich nicht.
Morgen stehen 35 Kilometer auf dem Plan, auf die ich mich freue.
Dann geht alles in Richtung Rennsteig.
Je nachdem wie es dort läuft, fällt die Entscheidung für den Supertrail aus.
Fühle ich mich gut, bleibt der Supertrail.
Fühle ich mich nicht gut, melde ich um auf 35km (sofern das funktioniert).

Aufgeben ist keine Option. Niemals 🙂

In diesem Sinne…ich versuch mal dieses Laufen.

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Veröffentlicht in 2016

21 Gedanken zu “Es läuft…

  1. schreibt
    löscht
    schreibt neu
    löscht
    schreibt
    ändert
    schreibt
    löscht
    starrt ins Feld
    schreibt
    löscht

    Ach Katrin Du hast einfach Recht!
    Auf Dich, Auf Uns, das Leben, den ZUT

    und weiter gehts. Irgendwie!!

  2. Deine Einstellung ist super. Ich vegetiere momentan auch ein wenig vor mich her. Nicht ganz so krass wie du und eigentlich laufen km bei mir von allein. Nur jetzt aktuell? Immer wieder mal krank gewesen, ausgesetzt, dann das Problem mit dem Piriformis, an dem ich seit Wochen arbeite und der Rennsteig kommt immer näher. Mal schauen: im schlimmsten Fall fällt der aus. DNS besser als DNF. Hauptsache der Saisonhöhepunkt Frankfurt steht.

      1. Schön wär’s…

        Seit einer Woche vor Hamburg doof, dachte aber das ist nur Wettkampf-Stress. Hamburg Marathon gefinished, aber bei weitem nicht in der Zeit, die geplant war, aufgrund von Krämpfen. Ein Problem was ich bis dahin nie hatte.

        Seitdem wenig gelaufen, viel geknetet, gedehnt, kneten lassen…

        Lass dich nicht unterkriegen Katrin, es kommen wieder bessere Zeiten.
        Einfach nach Vorne schauen und mitnehmen was geht. Wenn du irgendwo gemeldet bist, bringt es ja eh nix mehr jetzt schon abzusagen. Absagen oder nicht starten geht immer.

        Ich hoffe ja, das wir uns beim RSL sehen.

        Viele Grüße
        Frederic

      2. Oha..irgendwie ist mir das echt voll entgangen.

        Dann machen wir doch einfach immer weiter und sehen uns beim Rennsteiglauf 🙂

  3. Kati…es muss wie es muss. Ich kenne das nur zu gut…habe auch für mich entschieden einige Wettkämpfe bzw. Läufe abzusagen. Das bin ich meinem Körper schuldig und es war abzusehen. Auf den letzten Metern entscheiden ob man startet oder nicht…kenn ich. Das ist allerdings weder Hals noch Beinbruch. Höre auf deinen Körper und nicht auf andere !
    Wir rocken den #ZUT, egal ob auf 60 oder 35 km….

  4. Unbekannterweise und aus dem Land hinter den sieben Bergen: Eine der erfolgreichen Schweizer Läuferinnen, Anita, Weyermann, sagte einst: „Gring ache und seckle!“ (Zu gut Deutsch: Kopf runter und los!) Ein gutes Motto. Es lässt dem schweingen Hund kaum eine Chance. Noch weniger Argumente hat das Viech aber gegen Spass! Ich kenn deine Situation ansatzweise (wenn auch nie auf dem Niveau)… Ich fand aus diesem Sumpf einfach nicht raus… Bis ich wirklich alles strich und mir und meinem Körper für drei, vier Wochen einen „du musst nichts“-Trainingsplan auferlegte. Ich musste nichts – fand dafür den Luxus des Dürfens wieder und damit den Spass! Da gab es plötzlich kein Halten mehr – der Lust folgten die (für den Rest der Welt kleinen, für mich aber grossen) Erfolge. Lass dich mal in den Seilen hängen – du hast es (so liest es sich jedenfalls) schwer verdient! Herzlich Pia

  5. … ich glaube unsere aktuellen Laufjahre haben einiges zusammen. Jetzt sollen sie sich mal zusammenreißen und uns einfach Spass haben lassen, denn darum geht es ja 😉

    Viele Grüße aus Nürnberg und bis zum Rennsteig.

  6. Oha, das hört sich gar nicht gut an. Nicht dass Du dich immer wieder zwingst, und irgendwann das Laufen hasst – soweit darf es nicht kommen! Lauf wirkich einfach mal ein paar Wochen nach Lust und Laune, auch wenn dann auch noch der Rennsteiglauf ein DNS hat …. Laufen soll Spaß machen! So wie jetzt bei uns – schneebedeckte Berge, Wiese mit Schlüsselblumen, knallgelbe Sonne, tiefblauer Himmel – da rennt Frauchen auch nach 6 Stunden Bergwanderung freiwillig nochmal 1 Stunde durch die Gegend 🙂 In dem Sinne: keep on running – in good mood 🙂

  7. Ein kleiner Tipp von mir, auch im Hinblick meiner gemachten Erfahrungen in den vergangenen Wochen. Ich war nämlich auch in dieser „Niemals aufgeben“ Schiene gefangen bis ich ein paar Bücher über mentales Training gelesen habe. Versuche diese Botschaft in eine positive Formulierung zu drehen, damit aus „Niemals aufgeben“ mental nicht „aufgeben“ wird, „du schaffst das“, „Ich kann das“, „ich habe die Kraft“ etc.pp. soll unterbewusst vor dem aufgeben schützen und die mentale Kraft freisetzen.

    Viel Erfolg.

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