Zugspitz Ultratrail 2016


Oder:
was zu sagen bleibt…
Um ehrlich zu sein, weiss ich es noch immer nicht genau.
Ein Ultra ist ein Ultra.

Es gibt Tage, an denen kann man 62 Kilometer laufen, es gibt Tage, da kann man die Zähne zusammenbeißen und die 62 Kilometer irgendwie durchziehen.
Und es gibt Tage, an denen man nach 5 Kilometer einfach besser wieder umdreht.
Einen von diesen hatte ich gestern wohl erwischt.
Schon mit Magenweh aufgestanden, verlief das Frühstück noch irgendwie in Ordnung.
Im Shuttle in Richtung Leutasch wars irgendwie nicht besser mit dem Magen.
Startschuss.
Auf den ersten beiden Kilometern, die sich flach durchs Tal zogen war schon klar, dass das nicht einfach wird. Übelkeit, drückender Magen.
Kurze Zeit später stand ich im ersten Anstieg, der gleich 1000 Höhenmeter versprach und es war, als hätte jemand den Stecker gezogen. Keine Kraft, Puls bei 200, kein Fuß ging vor den anderen.
Ich habs mit Essen versucht, mit Trinken versucht, aber an diesem Magengefühl wollte sich nichts ändern.
Ich habe gehofft und gebetet, dass es irgendwie wird.
Und plötzlich hatte uns schon der Letzte überholt. Dann war die Entscheidung wohl klar.
Für mich geht es heute nicht weiter.
So kann und darf man keine 57 weiteren Kilometer laufen. Und dann wars klar.
Schon wieder. 2. Start beim Zugspitz Ultratrail, 2. DNF
Den Gemütszustand, den Zorn, die Tränen, die Wut, mitten im Wald erspare ich euch.


Ich wollte André dazu bewegen weiterzulaufen. Der wollte mich aber nicht allein lassen und drehte mit mir ab zurück in Richtung Leutasch.

Was macht man also draus.
Tja, gute Frage.
Ich bin auch heute noch bitter enttäuscht und todtraurig.
Gemischt mit einem mächtig schlechten Gewissen, weil André sein Rennen nicht zu Ende laufen konnte, wegen mir.
Ob ich es nächstes Jahr noch einmal versuche steht in den Sternen.
Wie der Rest des Jahres verläuft ebenfalls.
Jetzt heißt es erst einmal: Staub abklopfen, Krönchen richten und schauen was man daraus macht.
Und vor allem ein bisschen Ruhe.


Sascha sagte gestern einen schauen Satz, der doch einiges an Mut zurückgebracht hat: „Ultralaufen bedeutet auch immer die Chance nicht anzukommen, das gehört schlicht und ergreifend dazu.“

Schauen wir einfach, was die nächsten Tage so bringen, wie sich das Gemüt so entwickelt.

Der Rest der Truppe war wie immer großartig. Die ZUT Familie ist wieder um ein paar Menschen gewaschen, die an dem Wochenende großartiges geleistet haben. Davor ziehe ich meinen Hut. Herzlichen Glückwunsch ihr Raketen. Das war ganz grosses Kino.

Allein schon das war es wert hier zu sein ❤️

Und wer mich kennt, der weiss ja: So schnell kriegt man mich nicht klein.
Manchmal dauert das wieder Aufstehen nur ein Weilchen.

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Veröffentlicht in WK

38 Gedanken zu “Zugspitz Ultratrail 2016

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass besonders warme Worte und Aufmunterungen in so einer Situation helfen.
    Ich bin ein Verfechter davon, Dinge … die Scheiße gelaufen sind auch als solche zu benennen … sich genau so zu fühlen und dem ganzen Raum zu geben.

    Ich wünsche Dir, dass Du die blöden Gedanken für Dich abschütteln und die Lehren ziehen kannst und – wie das letzte mal auch – im Kopf viel stärker und gelassener zurückkommst.

    Gute Erholung und … sicherheitshalber möchte ich anfügen … ich freu mich wie Hulle auf Berlin und würde mich freuen wenn es bei Dir auch dabei bleibt. Immer dran denken #comebackstrongerthanever

  2. Liebe Katrin, der Satz von Sascha ist sehr schön. Ich finde es gut, dass Du auf Deinen Körper gehört hast und dafür ein DNF in Kauf genommen hast. Viel Kraft und Ruhe zum Sammeln.

  3. Kopf hoch, mir ging es gestern genauso. Ich wollte meinen ersten 100er rocken. Leider ohne Erfolg ! Nach 40 km bei V 4 habe ich aufgegeben. Die Luft war einfach raus. Vor zwei Jahren hab ich dort die 80 km geschafft und gestern lief einfach gar nix. Natürlich bin ich auch enttäuscht. Aber es stehen wieder neue Projekte an. Das hilft über die Depri-Phase 🙂.

  4. Ich habe dir ein „Gefällt mir“ gesetzt, obwohl es mir natürlich gar nicht gefällt, wie es dir geht und dass du (natürlich) enttäuscht bist. Kopf hoch, es wird wieder!

  5. Alle guten Dinge sind drei!

    Jetzt erst mal den Kopf frei bekommen und dann wird das schon wieder. Die Saison ist noch lang und um den Felsklotz im Süden kann man nächstes Jahr auch noch laufen.

    Liebe Grüße aus Bad Reichenhall

    Steve

  6. Nächstes Jahr zeigt du es uns allen und rockst das Ding! Warte es nur ab! Jetzt nur keinen Knick bekommen und daran verzweifeln. Aufgeben, scheitern gehört dazu. Aufstehen tun aber nur die Besten!

  7. Liebe Katrin,

    gönne dir die Zeit, um damit umzugehen. Dennoch möchte ich dir sagen, dass es mir leid tut. Es wird ganz bestimmt wieder. Das hast du bereits bewiesen und von Neuem so etwas Wunderbares anzugehen bedarf Mut, den du hast. Liebe Grüße und alles Gute!

  8. Liebe Katrin
    Erstmals Chapeau für Deinen Mut beim ZUT mitzumachen!!!
    Ich würd einen solchen Ultralauf auch an meinen besten Tagen nicht durchstehen.
    Ich weiss, das ist kein Trost, soll Dich aber etwas von den negativen Gedanken ablenken.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und guten Mut, um schnell wieder loszulegen.
    …der Sommer ist ja erst im Anmarsch. Und die Zugspitze bleibt noch viele Jahre wo sie ist.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Malick

    1. Lieben Dank Malick. Ich war gestern ganz heimlich schon wieder eine Runde draußen. Jetzt noch ein bisschen Staub abklopfen und dann nehm ich wieder ein bisschen Anlauf. Liebe Grüße aus den Alpen.

  9. Wenn der Magen von Anfang an nicht mitspielt, geht es eben leider nicht. Da ist es besser, trotz der ganzen Vorbereitung und des Aufwandes bei Zeiten die Reißleine zu ziehen, vor allem dann, wenn man nicht so recht weiß, wo es her kommt. Das ist allemal besser und vernünftiger, als in irgendeiner menschenleeren Gegend mittendrin ernsthaft schnell Hilfe zu benötigen. Und nach 5 km gesundheitsbedingt auszusteigen, ist ja fast noch ein DNS und nicht so sehr ein DNF.
    Vielleicht schon im nächsten Jahr wirst du den Ultratrail schaffen und dann wird das der Lohn für die Mühen auch in diesem und im letzten Jahr sein.

    1. Lieben Dank 🙂 Jetzt stehen erstmal alle Zeichen auf Berlin und dann ruft der Supermarathon beim Rennsteiglauf. Danach überleg ich mir, ob ich den ZUT nicht einfach ZUT sein lasse (worauf es wahrscheinlich hinausläuft)

  10. Hey, ich hatte auch Magen und musste bei der Hälfte quittieren. So what? Die Gesundheit geht doch vor. Und an Spaß ist da nicht zu denken wenn es einem schlecht geht u der Körper Ruhe braucht statt stundenlang durch die Berge zu laufen. Und für den Spaß machen wir doch das, oder?
    In 5 Wochen ist die ZTC und eine neue Chance! – auch für mich😉

    Lass den Kopf nicht hängen. Andre hat ganz für sich selbst entschieden, was ihm am Samstag wichtiger war – nämlich Du und nicht das Finish. Das ist doch das Schönste was man haben kann ☺

    Liebe Grüße

  11. Schade dass Du so einen schlechten Tag erwischt hast. Aber klasse dass Du dich nicht davon abhalten lässt das nächste Ziel ins Auge zu fassen!
    Übrigens bist Du immerhin 5 km weiter gekommen als ich beim Lauinger Triathlon ;^)
    Ich hatte mein erstes DNS 😥

    Viele Grüße

    Andy

  12. Hi Katrin, es tut mir sehr Leid für dich, dass du ein zweites Mal enttäuscht wurdest. Respekt an dich für deinen Mut und deine Größe damit umzugehen! Schön, dass wir uns ganz kurz gesehen haben 😉 LG Miele

  13. Leider sind wir zum
    Marathon nicht in der Stadt. Aber es wird sich bestimmt noch eine nächste Möglichkeit ergeben :)) spätestens beim ZUT evt. :))

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