Bestzeitenwoche


Ja was war da denn los?
Das Jahr war eigentlich abgeschrieben für mich.
Ich hatte einen Haken dran gemacht und es irgendwie neu angefangen.

Und dann kam diese Woche. Also eigentlich letzte.
05.09.-11.09.2016
Aus Spaß an der Freude hatte ich für den Schleusenlauf des Feuerwehrsportvereins Frankfurt zugesagt.
Halbmarathon.
Kein offizieller Lauf.
Eine kleine aber feine Sache.
Und mit Feuerwehrleuten laufen, hatte ich ja schon geübt.
Start um 18:30 Uhr.
Also ging es nach der Arbeit los.
Laune mäßig, Motivation auch.
Motivation kam, als meine Mitläufer autauchten und ich ziemlich sicher wusste, dass ich ein wenig Gas geben muss um nicht Letzte zu werden (was bei 13 Startern und meinem Tempo eine große Kunst ist-für mich jedenfalls.)

Also lief ich. Und hab gebissen. Zum ersten Mal wirklich.
Ich hab dem maulenden Kopf einfach nicht nachgegeben.

An den Verpflegungsstellen wurde kurz pausiert,2 Becher Wasser und Abflug.
Ich konnte ja nicht zulassen, dass mich die Jungs in Grund und Boden laufen.
Umso überraschter war ich bei der Info: „Noch 2km, dann sind wir durch.“, denn der Blick auf die Uhr sagte zu dem Zeitpunkt irgendwas unter 2 Stunden.
Huch. Was war da denn passiert?
Einfach mal so?
Wo meine vorherige Bestzeit doch bei 02:23:irgendwas lag.
So läuft das also, wenn man sich einfach mal zusammenreißt.
Da läuft man von Schleuse zu Schleuse und beeilt sich einfach mal ein bisschen und schon steht da plötzlich eine 02:04:35
Verrückt. Denke ich bis heute noch.
Und so ein bisschen bin ich angefuchst zu schauen was da noch geht.

Womit wir mit Fuchs auch schon beim nächsten Thema sind.
Der hatte nämlich zu einer Feldbergtour gerufen am Samstag.
Ich hatte vorher noch getönt. Lockere Runde, weil wegen schnellem 10er am Sonntag.
Und irgendwie wurden dann plötzlich doch 22km mit ein paar Höhenmetern draus.
Natürlich mit Gipfeleis und Gipfelselfie. Und überhaupt. Und natürlich mit extrem müden Beinen.

Auch noch am Sonntagmorgen. Und auch noch am Sonntagmittag.
Bei 30 Grad hielt sich die Laune auch noch in Grenzen, einen schnellen 10er aufs Parkett zu legen.
Aber mitgehangen, mitgefangen.
Und so machte ich mich maulig auf den Weg.
Gefühlt war es eine Sauna.
Start um 17:00 Uhr, wenn die Sonne den ganzen Tag alles warmgebrutzelt hat.
Bäh.
Ich wollte nach Hause.
Schnelle 10er…
Dafür steh ich eigentlich nicht mal auf..
10km brauch ich bis ich warm bin.
Aufregung war nicht vorhanden.
Und während alles um mich herum hibbelte, sich warm lief (Whaaaaaaaat..es sind 30 Grad), noch mehr hibbelte, fand ich mich auf einem Bordstein mitten im Starterfeld sitzend wieder.
16:59 Uhr, Zeit sich aus der bequemen Sitzposition nach oben zu hieven.
17:00 Uhr, der Startschuss fiel.. gemütlich über die Startlinie und los.
Bewusst die Pace ausgeschaltet und einfach los.
Ich habe gekocht, gebrutzelt, gebraten. Mir war warm. Die Beine waren bleischwer.
Ich habe gelitten. Jeden Kilometer.
Bis zur Verpflegungsstelle am Frankfurter Laufshop.
Da stand Claudi, mit einem Wasserbecher.
Kurze Umarmung. Kurz geschnackt. Ein Becher Wasser über den Kopf, einer über den Rücken, einen getrunken und weiter.
Und so biss ich. Jeden verdammten Kilometer.
Bis zur vorletzten Kurve.
Und da stand 00:55:10 auf der Uhr. Whaaaaaaaaaaaat?
Das ein Scherz. Ich hatte die Uhr doch nicht versehentlich angehalten. Oder doch?
Egal..der Kopf merkte das ein Zeit unter 60 Minuten drin war, nach der Vorbelastung.
Und plötzlich lief es wie von allein.
Das Ziel rückte näher. Auf der Zieluhr stand beim Durchlauf 00:58:35
Angekommen ist das im Kopf zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Begriffen hab ich es heute, als ich die Uhrkunde gesehen habe.
Netto: 00:57:50
Das mag für den ein oder anderen jetzt langsam sein.
Für mich ist das eine ganz neue Welt.

In diesem Sinne: Hallo Berlin. Hallo Frankfurt.
Ich freu mich auf euch.

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Veröffentlicht in WK

12 Gedanken zu “Bestzeitenwoche

  1. Liebe Katrin, das ist so schön zu lesen! Ich kanns genau nachfühlen, bin ja auch noch ziemlich neu in dieser ganz neuen Welt und weiß, wie großartig sich das anfühlt! 🙂
    Liebe Grüße und ich hoffe, wir begegnen uns in Berlin!

  2. Du konntest noch schnacken und hattest Zeit für eine Umarmung. Wow, da geht doch noch etwas, wenn das Wetter gnädiger ist und du keine Vorbelastung verbuchen musst. Aber vielleicht war es auch genau all das, was so unglaublich schön beflügelte. Wie dem auch sei, ganz dicken Glückwunsch! Super gekämpft.

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