Frankfurt Marathon 2016


Tja….
Was soll ich sagen.
Das wird fast schon ein langweiliger Rennbericht.
Der erste stinkend langweilige Rennbericht in diesem Jahr.
Keine Zwischenfälle, keine Totalausfälle.
Tja…und nun?

Nun wie immer von vorn.
Der Lauf war geprägt von einigen Premieren.
Startunterlagen abholen am Freitag zum Beispiel.
War völlig neu. Aber gar nicht so uncool. Spart ne Menge Stress am Samstag.

Samstag hieß dann also ausschlafen, ab zur Messe und ne Menge netter Leute treffen.
Was aus diesem Social Media Kram so alles entsteht 🙂
So verging der Samstagnachmittag wie im Flug. Kaffee mit Bibi (nochmal ganz lieben Dank für das Armband) und Christiane.
Kurzer Schwatz mit Sascha und der Willpower-Crew.
Nochmal über die Messe.

Pastaparty in gemütlich, familiärer Rund beim Italiener.
Ab ins Bett, entspannt (what?!?-weit wann geht sowas) geschlafen, das übliche Frühstücksdrama und ab gen Start.
Ups. Bisschen spät vielleicht.
Ach was. Straßengetrampel. Wer hats da schon eilig.
Man weiß ja schließlich wo man lang muss.
Wer später kommt, vermeidet bloß blöde Startblocksteherei.

Good morning Frankfurt

Irgendwo ganz vorne fiel ein Startschuss.
Jedenfalls klatschte irgendwas, irgendwo.
Kurze Zeit dachte ich darüber nach, dass ich eigentlich gar keine Lust hatte.
Schliesslich war ich vor 5 Wochen erst 42km durch Berlin getrabt….mehr schlecht als recht, aber nun gut.

15 Minuten später ging es auch für uns los.
Zick zack durch die Menschenmassen. Rechts, links, oben, unten, vorne hinten. Auf den ersten 5km war für uns an einen Rhythmus nicht zu denken.
Aber irgendwann waren die auch rum. Und im gemeinsamen Laufen waren wir ja schon erprobt. Und so ging es für Holger und mich einfach Schritt für Schritt vorwärts.
Jeder wusste wo der andere war, wie er läuft, womit man zu rechnen hatte und so war der Rhythmus bald gefunden und die Kilometer verflogen ziemlich fix. Kurze Absprachen, ob einen halben Schritt schneller, oder langsamer, sonst trotteten wir gemächlich nebeneinander her.
Ständig stand jemand am Rand den man kannte, schon mal gesehen hatte, dem man was zu sagen hatte, den man abklatschen konnte usw.

Und dann stand bei Kilometer 15 plötzlich ein Mütterchen auf der Straße. Inmitten der Läufer. Mit Stock, Mantel, Filzhut und Handtasche.
Halleluja. Wo kommt die denn her? Warum räumt die keiner weg.
Aber es schien eher in die Kategorie zu gehen, dass sie schon seit Jahrzehnten Sonntags um 11:30 Uhr über diese Straße läuft, weil genau dann keine Straßenbahn kommt. Und weil sie das schon immer so macht, macht sie das heute eben auch. Komme was wolle.
Das war tatsächlich ein kurzer Schreckmoment und ich hoffe sie ist unversehrt über die Straße gekommen.

Nach kurzem Kopfschütteln und einigen Lachern ging es weiter des Weges. Irgendwann kam KM30 und meine rechte Hüfte machte sich stark bemerkbar.
Autsch. Aber egal. Die Beine liefen noch gut und somit ging es irgendwie.
Einfach immer weiter. Das Wetter war prächtig. Die Laune war gut.
In der Zeit lagen wir auch ganz gut.
Aber auch diesmal zählte ja: Erlebnis vor Ergebnis.
Sogar so gut, dass wir an der Staffelübergabe noch trödelten, um bekannte Gesichter zu suchen (erfolgreich!)

Wechselzone Staffel

Ab KM 33 wurde das meckern der Hüfte allerdings so immens, dass ich mich entschied zwischen laufen und gehen zu wechseln.
Das hieß also 1km Laufen, 1km gehen.
Ab KM 37 hab ich dann allerdings die Zähne zusammengebissen, nachdem wir feststellten, dass der 04:59:59 Paceläufer so gaaaaaanz langsam in Sichtweite kam.
Da kam von rechts der Kommentar: „Der kriegt uns nicht. Wir sind vor dem im Ziel.“
Aye Aye Sir! Also Beine unter die Arme und los.
Ich habe dann sehr lange auf das KM 38-Schild gewartet..kam aber irgendwie verdächtig lange nicht.
Plötzlich aber das KM 39 Schild.
Zu meiner Überraschung. Und meiner Freude. Pushte nochmal immens.

Hielt aber nicht lange.
Dazu später mehr.

So ging es immer weiter gen Ziel.
Auf der Zielgeraden noch ein kleiner Schwatz mit einem Rennsteigläufer. Michael wir sehen uns bei der Floßparty in Eisenach!
Und was soll ich sagen, den 04:59:59 Onkel haben wir ein ganzes Stückchen hinter uns gelassen 🙂
Das Ganze war immer noch nicht schnell, aber das war völlig egal.
Ich wollte Frankfurt nie laufend erkunden, aber das war der schönste Saisonabschluss, den ich mir vorstellen konnte.
Es tat weh, ich musste beißen, aber es war vorrangig Spaß.
Spaß in großartiger Kulisse.
Und das ist die Hauptsache.
Wer hätte gedacht, dass Frankfurt mich mit diesem Jahr quasi noch versöhnt.

P.S. Überschattet wurde das Ganze von zwei weniger schönen Dingen.
Wir passierten bei KM 39 einen kollabierten Läufer, der das Ganze leider nicht überlebt hat.
Bei KM 41,5 wurde bei einem Läufer eine Herzdruckmassage durchgeführt.
😦

Ihr Lieben, so schön Marathon auch ist, soviel Spaß das auch macht, so oft man sich auch selbst besiegen und überwinden muss und so oft wir an und über unsere eigenen Grenzen gehen.
Das Ganze ist es nicht wert, dass man seine Gesundheit in Gefahr bringt.
Lasst euch regelmäßig durchchecken, hört vielleicht auf den Onkel Doktor, wenn er euch rät zu Hause zu bleiben und nicht zu starten.
In diesem Sinne: Bleibt gesund!

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9 Antworten zu “Frankfurt Marathon 2016

  1. Es freut mich dennoch, dass es gut bei Dir geklappt hat. Kannst stolz auf Dich sein. Vielleicht sieht man sich mal. Frankfurt war auch bei mir einfach toll😍

  2. Pingback: Frankfurt Marathon - Citymarathon-Sparangebot | Endurange

  3. Gebissen, gefinisht, gefreut. So muss das 🙂

  4. Glückwunsch zum Beißen, Durchhalten und vor dem Pacemaker ins Ziel kommen 🙂
    Und ja, Du hast absolut recht – Gesundheit geht vor, das sollte man sich immer wieder vor Augen halten bei allem Ehrgeiz und unbedingt-starten-und-ankommen-wollen.

  5. Oh maaaaaaan, ja, total langweilig… Nicht! Eine schöne Zusammenfassung von einem tollen Marathon. Es freut mich wirklich total, dass es für dich so lief und klar, beißen gehört ja wohl mehr als dazu bei einem Marathon. Herzlichen Glückwunsch und eine gute Regeneration! Toll gemacht.

    P.S.
    Dein Abspann hat mich mitgenommen. Aber gut, dass du das so sagst. Grenzen versuchen anzutasten ja, aber immer alles mit der nötigen Vorsicht. Klar, einfacher gesagt, als letztlich vielleicht umgesetzt. Dennoch.

  6. Glückwunsch zu diesem Finish! Und den letzten Absatz lesen hoffentlich viele Läufer, denn wir haben nun mal nur eine Gesundheit!

  7. Ich gratuliere dir ganz herzlich zu deinem tollen Erfolg! Und das nach nur fünf Wochen nach Berlin, meine Hochachtung! Du hast Biss bewiesen und du hast deinen Schweinehund besiegt! Super Leistung!

  8. Schade, dass wir uns verpasst haben. Vielleicht klappt es irgendwann mal.

  9. So solls laufen. Kleinere Zipperchen, aber nix ernstes und dann glücklich ins Ziel laufen. Und vor allem gesund!

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