Jahresrückblick 2016


So, dann wollen wir mal.
Tendenziell bin ich am 17.12. ja schon eher spät dran, was so einen Jahresrückblick angeht.
Aber man braucht ja auch noch spät im Jahr was zu lesen.
Ich habe lange überlegt, ob ich einen Beitrag zu diesem Jahr schreiben soll, oder nicht.
Und mich nun doch dafür entschieden.

Aber von vorne.
So ein Jahr fängt ja im Januar an.
Der lief so gemächlich vor sich hin.
Passiert ja nicht viel in so einem Januar. Genauso wie im Februar auch.

Im März dagegen passierte einiges.
Mein Fuß zum beispiel. Dem passierte, dass ich nicht mehr auftreten konnte und in der Notaufnahme des Krankenhauses landete.
Genervtes Sesambeinchen (klingt süß, nicht wahr), 1 Woche Krücken. Absage des Frankfurter Halbmarathons.
Dankeschön.
Mich beschlich die leise Ahnung, dass mit diesem Jahr irgendetwas nicht stimmt.

Das zog sich so durch bis Mai.
Und im Mai gabs mein persönliches Highlight.
Die Feuerwehrdeutschlandtour.
Die ich mit aller Gewalt laufen wollte.
Trotz Fuß, trotz schmerzendem Schienbein, trotz einem Ultra vor der Brust.

Und das tat ich auch.
Die Entscheidung, das weiß ich heute, war Gold wert.
Hier bin ich auf Menschen getroffen, die mich seit diesem Zeitpunkt stetig begleiten und durfte mich davon überzeugen lassen, was man mit Teamgeist alles schaffen kann.
Die Jungs sind großes Kino und ich freue mich noch immer, dass ich Teil davon sein durfte.

Kurze Zeit später erwartete mich der Rennstieglauf in heimischen Gefilden.
Was im letzten Jahr der Hlabmarathon war, sollte in diesem Jahr der Marathon werden.
Einmal Rennsteig – immer Rennsteig, hat sich auch hier wieder bewahrheitet.
Komme was wolle, das schönste Ziel der Welt, steht einzig und allein in Schmiedefeld.
Es waren 42 wunderschöne Kilometer. Klar taten sie weh, aber ich habe jeden einzelnen genossen.
Jedenfalls bilde ich mir das ein, wo ich doch so daran zurückdenke jetzt 🙂

Auch im kommenden Jahr wird mich der Rennsteiglauf wiedersehen.
Zum Supermarathon.
Denn wir wissen ja: EINMAL RENNSTEIG, IMMER RENNSTEIG.
Und wie habe ich mir einen Monat später sagen lassen: „Wer den Rennsteig kann, kann alles.“
Na dann, auf gehts.

Ein Monat später.
Juni.
Im Juni durfte ich zum ersten Mal selbst Veranstalter sein.
Der Tiergartenlauf rief.
Es kostete verdammt viele Nerven, es war verdammt viel Arbeit, ich bin des Öfteren 1000 Tode gestorben, es war wunderschön, es hat sehr viel Spaß gemacht, wir wurden mit wahnsinnig vielen lachenende Gesichtern belohnt, das Feedback uneschreiblich großartig. Wir sind unbeschreiblich dankbar, unbeschreiblich stolz.
Am Ende des Tages
Wir waren für den Tiergartenlauf 2017 binnen 7 Stunden in den Hauptläufen ausverkauft.
Ein besseres Lob kann man nicht bekommen, für das was man tut.

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Nach dem Tiergartenlauf ging es für mich allerdings rapide bergab.
Mein Endgegner wartete.
Der Zugspitz Ultratrail.
In diesem Jahr sollte es der Supertrail mit62km werden.
Es wurde ein schmerzhaftes 5km Ründchen mit viel Wut, vielen Tränen, viel Enttäuschung und einem Abschied vom ZUT für eine ziemlich lange Zeit.
Wir werden keine Freunde, der ZUT und ich.
Ich mag ihn nicht mehr, er mag mich nicht. Der 2. Anlauf ist gescheitert.
Aber das ist eben Ultralaufen. Man muss immer mit dem Gedanken loslaufen, dass man eventuell nicht ankommt.
Und das ist völlig in Ordnung.
2017 werde ich ihn nicht angehen.
Was 2018 wird vermag ich noch nicht zu sagen.

Der Juli und August bestanden sozusagen aus Stillstand.
Es gab andere große Baustellen und einschneidende Entscheidungen, die nicht nur mein Leben verändert haben und den Fokus auf andere Themen lenkten.

Die Entscheidung für oder gegen den Berlin-Marathon im September brauchte eine kleine Weile.
Ich entschied aber dennoch, wer einen Startplatz zugelost bekommen hat, der sollte ihn auch nutzen.
Andere waren wirklich traurig, weil sie nicht laufen konnten. Also gehört es sich irgendwie.
Berlin, nun ja, du warst eine Qual. Eine ziemliche sogar.
12km bin ich gewandert. Ich hab dich gehasst, verflucht und am Ende geliebt.
Die Medaille war die, die ich mir am härtesten erarbeitet und verdient habe.
Auch du wirst mich nicht wiedersehen.
Einmal Berlin im Leben reicht.

Frankfurt im Oktober sollte nun der letzte Lauf des Jahres werden.
Der 2. Marathon binnen 4 Wochen.
Er war schön. Er war warm. Er tat weh. Weniger als Berlin, aber er tat weh.
Dennoch war er der schönste Marathon bislang. Gelaufen bin ich ihn in grossartiger Gesellschaft. Ich hatte Spass, ich habe Kinderhände abgeklatscht. Freunde gesehen. Gejubelt und ein kleines Tränchen verdrückt.
Ich wollte Frankfurt nie laufen. Rückblickend muss ich sagen, bin ich sehr froh ihn gelaufen zu sein.

Und auch sonst hielt das Jahr noch ein paar kleine, aber sehr liebenswerte Läufe für mich bereit.

2017 ist eine Menge geplant.
Wie das kommende Jahr für mich aussieht, weiss ich nicht.

2016 war ein merkwürdiges Jahr.
Es endet, wie ich es in keiner Weise für möglich gehalten habe.
Es verging rasend schnell und war in manchen Teilen mehr schlecht als recht.
Ich hatte viel zu beißen und oft damit zu kämpfen den Mut nicht zu verlieren.
Jetzt, zum Ende des Jahres, waren die Überlegungen groß die Sache mit Blog und Internet zu beenden, einen Gang zurückzuschrauben und die Lauferei nur noch für mich zu machen.
Nach einigen Gesprächen und einigen Gedanken, weiss ich noch immer nicht wo die Reise hingeht.
Wir werden sehen, was auf mich wartet.

Euch und euren Lieben wünsche ich in jedem Fall schöne Tage, schöne Stunden.
Geniesst die Zeit zusammen, man weiss nie wie lange man Zeit miteinander hat 🙂

Wir sehen uns 2017

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9 Antworten zu “Jahresrückblick 2016

  1. LIebe Katrin,

    Du hast wirklich kein leichtes Jahr gehabt – und Du hast Dich durchgebissen mit einem Wettkampfpensum, dass 99 % der Menschheit gar nicht schaffen würden 😉 Chapeau. Und Danke, Du warst bei der Organsisation des Tiergartenlaufs, wenn Frauchen mal wieder wegen noch-nicht-eingetroffenen-Finishershirts durchdrehen wollte, der positive Ruhepol. Entscheide in Ruhe, was für Dich das Beste ist 🙂 So in Bezug auf Blog und Internet würden wir Dich sehr vermissen …. ansonsten: alles, was sich für Dich gut anfühlt, ist gut 🙂 In dem Sinne

  2. Ich fände es sehr schade, wenn Du nicht mehr bloggen würdest…

  3. Wie das Leben so war auch dein Laufjahr. Mit Hochs und Tiefs gespickt und eben nicht immer ganz leicht. Aber doch mit soviel positiven dass man es gerne erlebt!
    Scheint so als seist du selbst auch bei der Feuerwehr aktiv?! Vorbildlich! 🙂

  4. Danke für diesen doch echt schönen Rückblick.
    Zum einen Danke ich dir das ich ein kleiner Teil davon bin. Und zum anderen Danke ich dir das du uns, die Feuerwehrdeutschlandtour, so unterstützt hast. Ich wünsche mir das es mehr solcher Menschen geben würde.
    Natürlich blogst du weiter. Keine Frage. Denn ein weiteres Jahr liegt vor dir und das rockst du genauso.

  5. Na dann, wir sehen uns 2017 beim ZUT ;-)))

    Aber vorher zumindest noch beim Tiergartenlauf in Nürnberg.

  6. Ich gratuliere dir zu einem schwierigen, dennoch erfolgreichen Jahr! Du bist eine Kämpfernatur.
    Wünsche dir ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr!

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