2. Charity Cycling Event


Ihr wolltet schon immer mal wissen, wie es ist, einen Indoor-Cycling Marathon in Feuerschutzkleidung zu fahren?
Kein Problem, erzähl ich euch.

Indoor Cycling. War ich ja gewohnt. Auf der Rolle.
Also so wie man da eben cycled, aufm Rennrad, im Wohnzimmer. Für ne Stunde, oder zwei. In Ausnahmefällen auch mal drei.

Aber was hat man da schon an, während man sich im Wohnzimmer auf dem Rad ertüchtigt? Ne Radhose, ein Shirt und wenns gut läuft, vielleicht noch Socken in den Schuhen.
Diesmal gabs aber ein bisschen mehr mit sich rumzutragen.
Wenn man es genau nimmt, so um die 5 Kilo. Jedenfalls im trockenen Zustand.
Ich kann euch schon einmal so viel verraten:  Man schwitzt. Und das nicht wenig. Heißt, das Zeug was man da so an hat, wird schwerer, von Stunde zu Stunde.
Dazu aber gleich noch mehr.

Ihr fragt euch sicherlich, warum macht die das:
Nun, das ist ganz einfach. Für den guten Zweck. Es ging ja schließlich um ein Charity-Event unter anderem zu Gunsten des LaLeLu e.V.

Grund genug also, dabei zu sein.
Klar, man könnte das auch in normalen Klamotten machen.
Das wäre sogar noch angenehmer. Aber in so einer Uniform bekommt man eben eine Portion Aufmerksamkeit mehr und die Menschen um einen rum, sprechen einen an.
Man erzählt, was man da so tut und Menschen Spenden.
So funktioniert das.
Wenn man möchte, das man unterstützt wird und wenn man möchte, dass Menschen für das Projekt spenden, darf man nicht müde werden, davon zu erzählen.
Und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Auch auf die Gefahr hin, dass man den ein oder anderen gewaltig nervt.
Ich weiß das, seit gut 2 Jahren. Spenden sammeln ist ein hartes Brot.
Wenn man nicht laut trommelt, dann tut sich nichts. Gar nichts.
Deshalb ist es selbstverständlich, dass ich Holger bei seinem Projekt unterstütze.
Zu zweit ist man weniger allein und zu zweit erreicht man bei Weitem viel mehr.

Und so ging es los.
Auto gepackt und los in den Nachbarort.
Das Bild als wir in der Halle ankamen, war recht imposant. Die ersten verwunderten Blicke trafen uns. Das erste Getuschel fing an.
Wir suchten uns Räder aus, die sich relativ nah an den Türen befanden. Es war relativ warm und wir somit für jeden Luftzug dankbar.

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Ein wenig später ging es auch schon los.
Die ersten neugierigen Nasen tauchten auf.
„Was macht ihr da? Wollt ihr wirklich so fahren? Ihr zieht das doch noch aus, oder?“
Wir mussten tatsächlich relativ oft betonen, dass wir („Jaaaaa ganz im Ernst“) jetzt so fahren und das wir nichts ablegen würden von den Klamotten. Nur im Notfall, um nicht zu überhitzen.

Pro Stunden mussten wir ca. einen Liter Flüssigkeit zu uns nehmen. Wobei ich im Nachhinein sagen muss, dass wir wahrscheinlich mehr als einen Liter ausgeschwitzten pro Stunde.
Am ersten Abend standen eigentlich 4×50 Minuten, mit je 10 Minuten Pause auf dem Plan.
Ab aufs Rad und los gings.
Die ersten 50 Minuten hießen ja: Die richtige Position auf dem Rad finden, das richtige Setup für sich selbst finden.
Wie komme ich am Besten zurecht. Kann ich die einzelnen Übungen mitmachen, oder trete ich einfach 50 Minuten durch. Bleibe ich mit der Uniform irgendwo hängen. Lasse ich die Jacke zu, oder mache ich sie auf. Wie ist das mit den Klamotten, die ich drunter trage.

Bis das alles erledigt war, waren die ersten 50 Minuten geschafft. Die Pausen nutzen wir, um Getränke aufzufüllen, ein bisschen Obst zu essen, die Jacken kurz auszuziehen und die Körpertemperatur so ein wenig zu regulieren.

Wir standen dann aber relativ schnell vor unserem Hauptproblem an diesem Abend.
Laufen in Uniform ist kein Problem: Radfahren dagegen schon, wenn man eine kurze Hose drunter trägt.
Die Knieschoner, die in der Feuerschutzhose verarbeitet sind, reiben nämlich ganz wunderbar an den Knien. Und das wurde mehr und mehr zum Problem (vom Hintern mal abgesehen. Der tat nämlich mittlerweile vom Sitzen ziemlich weh.)

 

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Nach 2×50 Minuten war es dann doch genug. Die Knie waren wund und wir hatten uns entschieden, es für den Freitag gut sein zu lassen. Ab nach Hause. Ein wenig ausruhen für den 2. Tag am Samstag und dann eben eine lange Hose drunter. Der Knie wegen.

Samstag dann also von vorn.
Die Taktung jetzt ein wenig anders.
3×90 Minuten mit je 30 Minuten Pause dazwischen. Sollte gut machbar sein:
Und wir beiden Paradiesvögel erregten auch nicht mehr so viel Aufmerksamkeit.
Jedenfalls so lange nicht, bis die netten Herrschaften auf der Bühne auf uns aufmerksam wurde und den Rest der Truppe in regelmäßigen Abständen dazu aufforderten uns ein wenig Applaus zukommen zu lassen (ach je, soviel Aufmerksamkeit 😉 )
Und so zog der zweite Tag ziemlich schnell an uns vorbei.  Die Schmerzen im Po wurden nicht weniger. Ich weiß auch ehrlich nicht, wann ich zuletzt so lange im Sattel gesessen habe.
Die Knie wurden auch wirklich geschunden. Die lange Laufhose drunter half zwar, aber wenn das Knie ständig gegen den Knieschoner stößt, tut das nach einiger Zeit echt weh.
Die Klamotten waren so ziemlich durchweicht.

Das machte aber gar nichts.
Am 2. Tag ließen wir uns dazu hinreißen, die einzelnen Übungen jeweils entsprechend durchzuziehen.
Kurz Intervalle im Stehen, mit mal mehr und mal weniger Watt, usw. usw.
Und das brachte sogar wirklich irgendwie Spaß.
Das Ganze war dann für mich eine wirklich neue Definition von warm.

 

Und bevor man sich versehen hat, wars auch schon vorbei. Verrückt.
Im Rahmen des ganzen Wochenendes kamen über das Event ca. 2000 Euro an Spendengeldern zusammen.
Super Sache wie ich finde.
Es hat wirklich Spass gemacht. Auch wenn es wirklich anstrengend war. Und wir doch einiges gelernt haben.
Beispielsweise sind Salztabletten wirklich etwas, was man nicht zu Hause vergessen sollte. Aber es gab nette Menschen, die tatsächlich extra Salz für uns aufgetrieben haben.
Wir haben eine ganze Reihe Menschen kennengelernt, die sich wirklich von uns beeindruckt gezeigt haben. Das war neu für mich. Denn für uns ist es ja nichts besonderes. Beziehungsweise sind es nicht wir, die die Aufmerksamkeit verdienen, sondern die Einrichtungen und die Kids, für die wir Spenden sammeln.

Fazit: 6 Stunden Cycling Marathon machen wirklich Spaß, sind wirklich Schweißtreibend, machen die Uniform am jeweiligen Tagesende ca. 2-3 Kilo schwerer.
Sie machen müde, sie machen hungrig, aber sind echt schön.
Und ach ja, solltet ihr das irgendwann vorhaben: Überlegt euch, wie ihr euren Hintern und eure Knie polstert 😉

Das war der erste Streich der speziellen Events in diesem Jahr. Ein zweiter wird folgen.
Dauert noch ein bisschen und erfordert noch ein wenig Training.

Erstmal ist der nächste Halt der Weiltalmarathon am kommenden Sonntag.

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8 Antworten zu “2. Charity Cycling Event

  1. Was es nicht alles für Sachen gibt! Das ist doch mal ein interessantes Erlebnis, das du da durchgezogen hast. Kann mir wirklich gut vorstellen, wie sich dein Popo gefühlt hat.

    Viel Erfolg auch für den kommenden Sonntag!

  2. Sehr interessanter, informativer Bericht. Man kann sich gut vorstellen, wie ihr euch gefühlt habt mit den vielen Klamotten. Dass aber die Knie bei dieser Art Radfahren mehr belastet werden als beim Laufen hätte ich nicht gedacht. 🚒🚒🚒

    • Ich auch nicht. Allerdings reibt der Knieschoner beim Laufen eben auch nicht. Lasst es euch gut gehen ihr Zweiy

      • Danke, ihr euch auch.
        Ich will mal diese Woche mit Training beginnen. Heute noch Indoor-Cycling und morgen im Stadion ein bisschen Lauf-ABC mit ein paar Steigerungen. Bin mal gespannt, wie das Knie hält (oder das Wetter! 😉) Werde eine Regenpause nutzen. 😭

      • Da haben wir am Sonntag auch wirklich Glück gehabt und genau die 3 regenfreien Stunden erwischt

  3. Interessant, das Ganze aus Deiner Perspektive zu lesen – Holgers Bericht kannten wir ja schon. Super Sache, klasse, dass und wie Du durchgehalten hast. Wäre überhaupt nichts für uns, das Sitzfleisch ist Frauchen heilig 😉 Dafür hat sie demnächst ihren ersten Spendenlauf. Für die gute Sache motiviert es hoffentlich doppelt. Und nochmal Chapeau für das Tragen der Uniform!

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