Ja, sie lebt noch…


 

…so halb jedenfalls. Sie läuft auch noch…oder besser gesagt..WIEDER
Die letzte Laufeinheit am Sonntag lief großartig.

Eine dieser Läufe auf die man überhaupt keine Lust hat und die sich am Ende als die besten Trainingseinheiten entpuppen.
Endlich mal wieder unter 6 Minuten, endlich mal wieder Anstiege wegdrücken, ohne das Gefühl, dass man dabei stirbt. Endlich mal wieder Spaß am Training.
Das fehlte nämlich über lange Strecken.

Ich bin gelaufen, weil das ja irgendwie das war, was ich so mache in meiner Freizeit und weil es das ist, womit mich andere mittlerweile in Verbindung bringen.
Ich habe im Juli die 400 Jahres-KM Marke gerade so geknackt. Erschreckend wenig.
Und wundere mich ein bisschen selbst. Denn darin enthalten sind bereits ein Halbmarathon, ein Marathon und ein Ultramarathon und ein Treppenlauf über 62 Stockwerke.
Unnötig zu sagen, dass das eben entsprechend weh tut. Sowas kommt von sowas.

Ebenfalls darin enthalten ist der Tiergartenlauf 2017, dessen Organisation im 2. Jahr schon entspannter und routinierter lief, aber eben doch auch eine Laufveranstaltung mit 850 Teilnehmern ist und neben Job und Training und 250km Distanz zum Veranstaltungsort, erst einmal organisiert werden will.
Gepaart mit dem Anspruch an sich selbst, dass es mindestens so gut sein muss, wie bei der Premiere 2016, war das natürlich ein wenig nervenaufreibend und anstrengend (allerdings im positiven Sinn).

Ebenfalls unnötig zu erwähnen: Seit dem letzten Jahr hing ich sportlich irgendwie durch. Und das nicht zu knapp.
Dafür gibt es viele Gründe, die hier allerdings nichts zu suchen haben bzw. nebensächlich sind.
Von den geplanten 800 Trainingsplan-Kilometern vor dem Rennsteiglauf in diesem Jahr, bin ich knapp 300 gelaufen.
Der Rest ist irgendwie im Bermuda-Dreieck versunken.
Statt zu laufen bin ich Treppen nach oben gerannt, bin im Zirkeltraining gekreiselt, war schlichtweg faul, krank, oder verletzt.

Irgendwie hatte ich mich verrannt, in all dem Lauf-Wettkampf-Wahn und völlig aus den Augen verloren, worum es eigentlich ging.
Nämlich darum Dinge zu tun, die man gern macht, weil sie einem gut tun, weil man sie liebt und weil man damit Gutes tut/tun möchte.
Und so kam mir mein Projekt wieder in den Sinn.
Welches ich in den letzten Wochen ein wenig Stiefmütterlich behandelt habe.
Worüber ich mich im Nachhinein am meisten ärgere, dass es Dinge gibt, die einen dazu bringen, dass man so mit sich hadert und dabei die wirklich wichtigen Dinge fast außer Acht lässt.

Ich laufe, weil ich laufen kann. Weil mein Körper mir Dinge zu tun ermöglicht, die in keinem Fall selbstverständlich sind. Weil ich in der Lage dazu bin, frei zu entscheiden, ob ich nun laufe, radfahre, schwimme, wandere, oder eben Treppen nach oben renne.
Weil ich einen gesunden Körper habe, der es mir ermöglicht, eine überdurchschnittliche Leistung zu erbringen.
Das vergessen wir leider viel zu oft.

Heute sties ich durch Zufall wieder auf das Video von Lenas Reise.
Und ich möchte euch um eines bitten: Nehmt euch 20 Minuten Zeit und schaut es euch an. Schaut es euch an, vom Anfang bis zum Schluss und lasst es auf euch wirken.

Dieses Video macht einem schlagartig wieder bewusst, welches Glück wir haben:
Ob wir nun einen Kilometer, oder 60km laufen. Ob wir einen 5km Lauf, oder einen Ultramarathon bestreiten. Ob wir wandern, oder ein Ironman vor uns liegt.

Den Rest des Jahres werde ich also dazu nutzen, mich darauf zu besinnen, was wichtig für mich ist, was mir am Herzen liegt.
In den kommenden Wochen werden noch einige Läufe auf mich zukommen.
Und jeder Kilometer, jeder Schritt wird für die Kids und Familien sein, die es nicht so leicht haben im Leben.

Für jeden Trainingskilometer den ich laufe spende ich 5 Cent, für jeden Wettkampfkilometer einen Euro, so wie in den vergangenen beiden Jahren auch.
3726,98 Euro sind in den 2,5 Jahren schon zusammengekommen.
Das ist eine großartige Summe und ich bin von Herzen für jeden Cent dankbar, denn die Kids, die Familien haben es mehr als verdient.
Ich würde mich freuen, wenn es mir der ein oder andere gleich tut.
Den Link zum Spenden findet ihr hier:

http://www.kinderhospiz-mitteldeutschland.de/jetzt-spenden.html?laufen-fuer-das-kinderhospiz

img_8462

Spendenübergabe im Kinderhospiz 2016

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8 Antworten zu “Ja, sie lebt noch…

  1. Schön geschrieben, Katrin.
    Wir haben uns eben die Zeit genommen und Lenas Reise angesehen. Es hallt nach. Und berührt. Ein Kinderhospiz ist unglaublich wertvoll für Familien, die durch solchen Schmerz gehen müssen. Danke für Deinen Beitrag. ❤

  2. Du hast es auf den Punkt gebracht, Katrin. Wir dürfen laufen. Nicht wir „müssen“. Und wir „können“, im Gegensatz zu vielen anderen …. das sollte man sich immer ins Bewusstsein rufen. Schön, dass Du Deinen Spaß daran wiedergefunden hast. Und dass Frauchen alle halbe Jahre wieder spendet, ist doch klar. Wir sehen uns bei den Läufen …

  3. Sehr schöner und berührender Beitrag. Du sprichst mir aus dem Herzen. Werde weiterhin, aus Dankbarkeit, dass ich wieder laufen kann, 10 Cent je gelaufenen km auch im 2. Halbjahr am Jahresende spenden.
    Ich freue mich auf unseren ersten gemeinsamen Lauf, – demnächst, irgendwann in unserer Nähe! 🙂

  4. Wunderbar. Dein Engagement und der Text!
    Es sind eben die Dinge die uns alltäglich erscheinen und in Wirklichkeit doch ganz besonders sind

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