Neuanfang


Pünktlich zum 5. Blogjubiläumstag wird es Zeit, einmal wieder etwas von mir hören zu lassen.
Pünktlich zum 5. Jahrestag erreichte mich eine Mail von Tanja. Mit viel Zuspruch.
Und gleichzeitig der Nachricht, dass es einige Leidensgenossen da draußen gibt.
Ich bin immer wieder überrascht davon, wie weite Kreise dieser kleine Blog doch zieht und welche schönen Dinge doch daraus entstehen.
(Liebe Tanja, noch einmal vielen Dank für deine Mail.)
Sonst gibt es nicht wirklich viel sportlich Spannendes. Der Zähler meiner in 2018 gelaufenen Kilometer ist bei 12 Kilometern stehen geblieben.
Dafür ist der Zähler der Stunden, die ich mit Krafttraining fülle, ein wenig gestiegen.

 

12 Kilometer, eine Zahl, die mich ehrlich gesagt ein bisschen wurmt.
Ich vermisse die Zeit, in der ich mit Rucksack durch Wiesen und Wälder getrabt bin.
In denen es sich gefühlt nicht lohnte für eine halbe Stunde laufen die Schuhe überhaupt zu schnüren. In denen Samstage und Sonntage eigentlich fürs Laufen oder eine Laufveranstaltung verplant waren.
Weil das Gefühl Läufer zu sein, in der Lage zu sein, die Schuhe anzuziehen und problemlos 30km laufen zu können, eben ein ganz besonderes ist und bleibt.

Heute weiß ich allerdings auch, dass der ganze Sport, die Lauferei nur Mittel und Zweck gewesen sind, um den Kopf abzulenken.
Ersetze einen Schmerz durch einen anderen.
Funktioniert eigentlich ganz einfach. Und wie angenehm ist es, wenn man unzufrieden mit sich sein kann, weil man nicht am Laufpartner dran bleiben kann.
Weil der Fuß zwickt, weil, weil, weil, weil.
Alles gute Gründe um sich ganz wunderbar mit allen Dingen zu befassen, nur eben nicht mit denen, für die Beachtung einmal essentiell wichtig wäre.
Oder sich einfach so auszupowern und so müde zu sein, dass der Kopf gar keine Energie mehr hat, um sich mit den kreisenden Gedanken zu befassen.

Aber gleichzeit vermisse ich eben die Stunden, in denen ich auch einfach unbeschwert durch die Wälder rannte.
Unabhängig von dem, was im Kopf vor sich ging oder zu welcher Ablenkung es diente.
Auch die gab es, wenn auch eher selten.
Ich mag die Läuferlebensart. Die Gelassenheit. Die Läufe von denen man viel über sich selbst lernt, weil man Stunden unterwegs ist und immer über seine Grenzen hinaus gehen muss. Die Müdigkeit in den Beinen, die Sonne auf der Nase, das Brennen in der Lunge. Die Zufriedenheit, wenn man mit dem Eis in der Hand danach auf der Bank saß.

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Das ist mein Ziel für 2018. Das ist, wo ich wieder hin möchte. Das ist, was ich wieder werden möchte. Läuferin.  Auf Wald- und Wiesenwegen. Beim Rennsteiglauf.
Auf Straßen und Wegen. Ob nun in Feuerwehrmontur oder nicht.
Hauptsache ist, es geht mir gut dabei und ich kann genießen was ich tue. Ohne Trainingsplan, ohne Vorschrift, ohne Zwang, ohne Ablenkung.
Ob daraus jetzt Marathons, Halbmarathons oder Ultramarathons werden, ist mir ganz egal. Niemand definiert sich über die Distanz, die er zu Fuß zurücklegen kann. Die Stunden die er Sport treibt, Die Triathlons die er ins Ziel gebracht, oder die Wettkämpfe die er nicht ins Ziel gebacht hat.
Beweisen muss ich mir nichts. Ich weiß was ich laufen kann und wozu ich zu laufen bereit bin. Was wer anders darüber denkt, sagt, dir an den Kopf wirft. Vollkommen egal.
Letzlich ist man es selbst, mit dem man die meiste Zeit verbringt und somit zählt auch nur das, was man selbst denkt und das man für sich selbst versucht die beste Version zu sein und zufrieden morgens in den Spiegel schauen kann.

Die Zeichen stehen auf Neuanfang. Ich weiß, dass ich auf einem guten Weg bin und 2018 so ziemlich das beste Jahr werden könnte. Die Therapietermine sind auf alle 6 Wochen reduziert (was ein ziemlich gutes Zeichen ist), die Albträume so gut wie verschwunden und mit ihnen das schwere Gemüt.

Oder wie Clueso so schön sagt:

Ich bin nicht immun gegen Gegendwind,
doch ich lauf los.
All die schönen Erinnerungen – ich halt sie hoch!
Ich fühl mich ein Tag schwach, ein Tag wie neugeboren.
Ich will altes nicht bekämpfen – ich will neues formen.
Folge mein Ruf – träume von Wolken leicht.
Ich räum die Blüten aus dem Weg nutz die Gelegenheit.
Halt mich am Vorne fest – es fühlt sich wacklig an.
Herzlich Willkommen,

Neuanfang

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Veröffentlicht in 2018

9 Gedanken zu “Neuanfang

  1. Liebe Katrin,
    davonlaufen kann man eh vor nichts. Aber es gibt nichts Besseres, um Abzuschalten, neue Energie zu tanken, und Endorphine zu generieren außer … Laufen (o.k. lassen wir mal Pizza außen vor ;-))
    Damit ist der Neuanfang schon geschafft – goodbye ich-muss-Läufer, welcome back als Ich-darf-Läufer.

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